KJede Branche hat spezifische Herausforderungen und Trends, denen sie sich im Jahr 2017 stellen muss. Die meisten davon haben direkt oder indirekt mit der immer weiter fortschreitenden digitalen Revolution zu tun. Einige dieser Branchentrends haben wir bereits hier im Blog zusammengefasst. Doch es ist davon auszugehen, dass einige Trends im kommenden Jahr branchenübergreifend eine Rolle spielen werden. Sicherlich wird die genaue Ausprägung in jeder Branche anders sein, doch die folgenden Punkte tauchen bei unseren Analysen immer wieder auf:

Prädiktive Datenanalyse und Streaming Analytics

Daten sind der Treibstoff der Digitalisierung − Das ist klar. Was wir jedoch in vielen Branchen im Jahr 2017 erleben werden, geht einen Schritt weiter. Oft wurden bisher nur Daten aus der Vergangenheit analysiert und ausgewertet. So wurde auf Basis von längst Vergangenem eine Prognose für die Zukunft erstellt. Klar, diese Daten sind auch weiterhin wichtig, jedoch werden sie bald um Echtzeitdaten ergänzt und fortlaufend analysiert − Streaming Analytics ist hier das Stichwort. Wozu ist das gut? Nur mit der laufenden Analyse und Kombination neuer und alter Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen lassen sich wirklich vorausschauende Handlungsempfehlungen erstellen, zum Beispiel für eine prädiktive Wartung von Maschinen in der herstellenden Industrie oder für sinnvolle Hinweise an den Fahrer eines Smart Cars.

Neue Produkte und Geschäftsmodelle

Digital Natives erwarten vor allem von der Dienstleistungsbranche ganz andere Dinge, als die Generationen vor ihnen. Darauf müssen etablierte Unternehmen reagieren, wenn sie nicht von digitalen Startups – wie FinTechs in der Finanzbranche oder auch App-orienteierte Stromanbieter − verdrängt werden wollen. Clevere Apps und Online-Services können nur der Anfang sein. Speziell auf Digital Natives zugeschnittene Produktangebote werden im kommenden Jahr verstärkt auf den Markt drängen – ob durch neue Wettbewerber oder in Partnerschaft mit etablierten Playern wird sich zeigen. Doch auch in klassischen Industrien werden neue, digitale Techniken Vieles revolutionieren. 3D-Druck vor Ort wird zum Beispiel die Ersatzteil-Logistik und auch die Fertigung an sich massiv verändern. Hier werden wir im Jahr 2017 oft den Schritt von der Testphase zum produktiven Einsatz dieser Technologien sehen.

Vernetzung und Integration

Damit die neuen digitalen Produkte, Services und Technologien zum Einsatz kommen können, bedarf es einer möglichst flexiblen IT-Infrastruktur. Viele Unternehmen werden vorhandene Systeme weiter verschlanken und neue Elemente integrieren. Vor allem das Zusammenspiel von Legacy-Software, die in der Regel „on premise“, also auf den Unternehmenseigenen Servern läuft, neuen Cloud-Lösungen und Partnerapplikationen wird im Jahr 2017 eine massive Herausforderung sein. Denn Unternehmen müssen für innovative digitale Produkte und Lösungen mit einer Vielzahl an Applikationen arbeiten, egal wo diese implementiert sind und sich insbesondere auch stärker mit Kunden und Partner vernetzen

Martin Neuenhahn

Business Consultant bei SAG Deutschland GmbH
Martin Neuenhahn ist Business Consultant für das Cluster „Production Industries“ bei der SAG Deutschland GmbH und Experte für die Themen Industrie 4.0 und Internet der Dinge. Er studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und BWL.
In seinen Beiträgen schreibt er über die Anforderungen und Auswirkungen, welche die Digitalisierung auf das Produzierende Gewerbe hat.

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