Hybrid Integration, die Antwort auf disruptive Technologien

Hybrid Integration, die Antwort auf disruptive Technologien

Technologie hat im letzten Jahrzehnt das moderne Unternehmen verändert

Mehr noch: Technologie ließ neuartige Unternehmen entstehen und hat die Grenzen des Möglichen verschoben. Beste Beispiele dafür sind Netflix oder Uber: Ihr Angebot haben diese Unternehmen auf die gestiegenen Kundenerwartungen zugeschnitten, ihren Service haben sie zu einem durchgängig konsistenten Kundenerlebnis umgestaltet.

Erfolgreiche Start-ups haben die Märkte verändert. Was bedeutet das für die etablierten Marktteilnehmer? Ganz einfach: Wer Innovationen verschläft, verliert an Boden. Ein Grund für den Erfolg der agilen Start-ups sind ihre Daten, diese speichern sie ausschließlich in der Cloud. Das wiederum heißt, sie können sich voll und ganz auf ihren Service konzentrieren.

Traditionelle Unternehmen haben im Lauf der Zeit Unmengen an Daten gesammelt und in unterschiedlichen Edge- oder On-Premise-Systemen gespeichert. Um sich fit für das 21. Jahrhundert zu machen, brauchen sie einen ganzheitlichen Blick auf das Geschäft; sie müssen ihre verstreuten Informationen integrieren. Dieser Aufgabe müssen sie sich stellen, wenn sie ihren disruptiven Konkurrenten den Kampf ansagen wollen.

Vorausschauend handeln

Verbraucher achten heute vor allem auf eines: das Kundenerlebnis. Sie erwarten Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität, wird ihnen dies nicht geboten, schauen sie sich eben anderweitig um. Wie können etablierte Unternehmen da mithalten?

Es ist gar nicht so schwierig, wie es aussieht. Ein Grund für den Erfolg der neuen Unternehmen ist: sie verlassen sich nicht auf Legacy-Datenbanken, sondern nutzen moderne bereits vorhandene Systeme von Drittanbietern. Die Citymapper-App greift beispielsweise zur Routenplanung auf offene Daten des Transport of London zu und ruft Fahrpläne in Echtzeit ab, um Nutzern die optimale, schnellste Route anzuzeigen. Uber nutzt Google-APIs, um seine Kartensoftware zu betreiben und Kunden mit Fahrern in ihrer Nähe zusammenzubringen. Die Daten werden dann gespeichert, um Vorhersagen zu Angebot und Nachfrage zu treffen und Preise festzulegen.

In beiden Fällen basieren die Services auf vorhandenen Integrationen. Diese neuen Unternehmen haben also nicht die gleichen Probleme, wie viele etablierte Unternehmen, die mit Anwendungen arbeiten, die über Jahre gewachsen und isoliert in unterschiedlichen Systemen gespeichert sind, und so Innovationen behindern. Doch die etablierten Unternehmen müssen das nicht das Rad neu erfinden, wenn sie Innovationen vorantreiben wollen. Sie müssen nur ihre Systeme integrieren.

Mehr Effizienz durch Hybrid Integration

Wir leben in einer Zeit, in der Informationen der Schlüssel zu allem sind, in der Unternehmen von allen Seiten mit Daten überflutet werden. Daran wird sich auch nichts ändern, im Gegenteil: IDC prognostiziert, dass die weltweite Datenmenge zwischen 2018 und 2025 von 33 auf 175 Zettabytes anwachsen wird. Bei der Speicherung dieser Daten setzen viele Unternehmen ausschließlich auf die Cloud, das heißt, in ihren eigenen Rechenzentren werden keinerlei Daten gespeichert. Dafür gibt es angesichts der Vorteile, die eine Speicherung der Daten in der Cloud bietet, sehr viele Gründe: Beispielsweise ist er Speicherplatz in der Cloud unbegrenzt und der Zugriff auf die Daten ist überall auf der Welt möglich.

Manche Unternehmen speichern bereits alles in der Cloud. Die große Masse der Daten traditioneller Unternehmen ist aber in vielen unterschiedlichen Systemen gespeichert, und es ist wahrscheinlich, dass ein Teil dieser Daten auch auf lange Sicht auf traditionellen Servern bleiben wird. Zur Replikation dieser Daten in der Cloud fehlt entweder das Know-how oder sie wäre zu teuer und zu komplex.

Daraus folgt: Daten und Anwendungen, die On-Premise, in der Cloud oder dazwischen gespeichert sind, müssen integriert werden. Hier kommt Hybrid Integration ins Spiel. Dank Hybrid Integration können die vorhandenen Daten auf den On-Premise-Systemen verbleiben und zur Steigerung der Effizienz neue Anwendungen entwickelt werden.

Integrationsprobleme überwinden 

Etablierte Unternehmen, die in der digitalen Welt reüssieren wollen, müssen Hybrid Integration auf ihre Agenda setzen. Doch trotz aller Vorteile, die Hybrid Integration bietet, sie wirft auch einige Probleme auf, die gelöst werden müssen.

Die Verbindung der vorhandenen, in unterschiedlichen Systemen gespeicherten Anwendungen etablierter Unternehmen mit Cloud-Anwendungen ist überaus komplex. So speichern diese Unternehmen etwa Daten On-Premise, in SaaS-Anwendungen und teilen Daten und Dokumente mit anderen Unternehmen. Die meisten Integrationsplattformen sind nicht in der Lage, all diese Systeme zu integrieren. Unternehmen sollten aber nur in solche Lösungen investieren, die sämtliche vorhandenen Anwendungen mit einer Cloud-Landschaft verbinden können.

Auch die massenweise Verbreitung vernetzter Geräte birgt neue Herausforderungen. Unternehmen werden bis 2020 über 50 Milliarden verbundene Geräte managen. Daher müssen sie sicherstellen, dass ihre Integrationstechnologien IoT-Geräte direkt an ihre Geschäftsanwendungen und die entsprechenden Workflows anbinden können. Außerdem müssen diese Technologien in der Lage sein, Geräte über jedes Netzwerk zu verbinden und Device Management, Echtzeit-Analytics und Dashboards zu ermöglichen.

Integration gleich Innovation

Hybrid Integration ermöglicht die Verbindung von Daten mit Anwendungen in der Cloud und bietet Unternehmen damit sehr viele Möglichkeiten. Unternehmen, die nicht Schritt halten können, riskieren es von schnell wachsenden Start-ups abgehängt zu werden, die als Reaktion auf veränderte Kundenwünsche ihre Services mithilfe vorhandener APIs verbessern und anpassen.

Vielen etablierten Unternehmen ist bewusst, dass sie Innovationen brauchen, um im Wettbewerb zu bestehen. Eine ihrer Hauptsorgen ist, wie sich ihre Integrationsaufgaben in den kommenden Jahren lösen lassen. Unternehmen, denen eine schnelle Anpassung gelingt, werden ihren neuen, disruptiven Konkurrenten die Stirn bieten. Mit Hybrid-Integration-Technologien lösen sie komplexe Probleme und bewältigen die Herausforderungen des digitalen Zeitalters.

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Ungeheure Datenmengen? – Mit Streaming Analytics behalten Sie den Überblick

Ungeheure Datenmengen? – Mit Streaming Analytics behalten Sie den Überblick

Egal ob Unternehmen in ihren verschiedenen Fachbereichen unterschiedliche Transaktionssysteme nutzen oder sie sich mehr Transparenz in ihrer Lieferkette wünschen – leistungsfähige Streaming-Analytics-Lösungen ermöglichen es, wertvolle Erkenntnisse aus den eigenen Daten zu ziehen und unterstützen so bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsziele. Streaming Analytics ermöglicht es Unternehmen in Echtzeit Einblicke aus großen und sich schnell verändernden Datenmengen zu gewinnen und erlaubt die Vorhersage, was als nächstes passieren wird. Risiken und Chancen werden sofort erkannt, sodass die Firma optimal auf diese reagieren kann.

Nicht nur für IT-Profis
Mittlerweile ist selbst komplexe Software nicht mehr nur Sache von IT-Fachleuten, sondern bindet auch Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse ein. Durch übersichtliche Bedienungsoberflächen können beispielsweise Business Analysten die Tools von heute bedienen. Streaming Analytics steigert also die Effizienz von Prozessen – vor allem wenn die Lösung ohne Programmierung auf Seiten des Kunden auskommt. So erstellen auch Nicht-IT-Fachkräfte mithilfe einer übersichtlichen Benutzeroberfläche im leistungsfähigen Tool präzise Analyseszenarien. Durch grafisch dargestellte APIs gelingt eine schnelle Anwendungsentwicklung auch ohne Programmierkenntnisse. Der Einsatz von Lösungsbibliotheken zur Beschleunigung der Anwendungsbereitstellung ist immer verbreiteter und fördert die Entwicklung von individuellen Ansätzen für Unternehmen, um nach Bedarf schnell selbst die passenden Anwendungen entwickeln zu können.

Einsatz im echten Leben
Doch wie kommt Streaming Analytics nun tatsächlich zur Anwendung? Der Einzelhandel beispielsweise nutzt Streaming Analytics, um Echtzeitdaten zum Kaufverhalten des Kunden zu eruieren oder die Customer Journey zu optimieren. Letztendlich wird so das Kauferlebnis der Kunden für Marketer nachvollziehbar. In der Finanzbranche unterstützt Streaming Analytics dabei, den schnelllebigen Devisenmärkten immer einen Schritt voraus zu sein. Vermeintliche Betrugsfälle können außerdem leichter und effizienter aufgespürt werden. Vertriebskanäle eines Unternehmens nutzen Streaming Analytics, um eine größere Transparenz zu ermöglichen und bei der Produktsuche zu unterstützen.

Mit Streaming Analytics das ganze Potential der eigenen Daten ausschöpfen
Dank einer Streaming-Analytics-Technologie sind Unternehmen in der Lage, ihre Daten zu jeder Zeit im Blick zu halten und wie sie, sie optimieren können. Daher sind vor allem auch Echtzeit-Analysen entscheidend für Unternehmen, sodass sie aus der eigenen Datensammlung einen Mehrwert generieren und so einen maximalen Wettbewerbsvorteil erzielen.

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Mit TRAILAR und Cumulocity IoT auf Kurs zur nachhaltigeren Logistik

Mit TRAILAR und Cumulocity IoT auf Kurs zur nachhaltigeren Logistik

Der „Global Emissions Gap Report 2019“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zeigt, dass die weltweite Emission von Treibhausgasen 2018 so hoch war wie nie zuvor und auf 55,3 Milliarden Tonnen gestiegen ist. Wir stehen in der Pflicht, etwas gegen den Klimawandel zu tun – gerade die Logistikbranche mit ihren riesigen Flotten. Für LKWs hat das Umweltbundesamt eine Treibhausgas-Emission von 103 g/tkm ermittelt. Zum Vergleich: Ein Güterzug emittiert 19 g/tkm. Es zählt also jede Tonne CO2, die ein LKW weniger ausstößt. Die Emissionen von Transportflotten drastisch zu reduzieren – an diesem Ziel arbeiten die strategischen Partner TRAILAR und Software AG.

Die Idee ist so einfach wie genial: Dünne Solarmatten auf LKW, Anhängern oder auf anderen Fahrzeugen erzeugen Strom, durch den Treibstoff und CO2 eingespart werden. Mit dieser Innovation ist die britische DHL-Tochter TRAILAR, die 2018 als Start-up ausgegründet wurde, bereits auf Erfolgskurs. In Großbritannien kommt das TRAILAR-System unter anderem bei Royal Mail zum Einsatz. Weitere Tests laufen in Südafrika, Thailand, Indien und in Deutschland, wo TRAILAR mit einer GmbH in Bonn ansässig ist. Erste Lösungen hat die selbständige Tochterfirma bereits an Dritte verkauft.

Ein entscheidender Schritt für diese Entwicklung fing im Frühjahr 2019 mit einem Test-Account für Cumulocity IoT an. Die Verantwortlichen von TRAILAR benötigten eine IoT-Plattfom, um Daten in Echtzeit auszuwerten und zu visualisieren. Die Testphase zeigte: Mit Cumulocity IoT, der Plattform der Software AG, lassen sich schnell Energiebilanzen für das Solarsystem erstellen. Sie liefert anhand übersichtlicher Datenauswertungen den Nachweis für den Mehrwert der TRAILAR-Lösung.

Wie das Solarsystem und Cumulocity IoT interagieren

Zunächst werden Solarmatten auf dem Dach eines Lkw-Aufbau, Sattelzuges, Kühlfahrzeuges oder Transporters montiert. Deren Solarzellen funktionieren sowohl mit direktem als auch mit indirektem Tageslicht und erzeugen mit einem Wirkungsgrad von 18 Prozent bis zu 1,5 Kilowatt Leistung. Der so erzeugte Strom fließt, gesteuert über den Smart Controller, in das Stromnetz des Fahrzeugs. Die Batterie nimmt die zusätzliche Kapazität auf, die sich zum Beispiel für Ladebordwand, Beleuchtung oder Kühlaggregate nutzen lässt. Das entlastet die Lichtmaschine und den Motor, wodurch der Spritverbrauch sinkt.

Die Daten über den verbrauchten Strom und die erzeugte Solarenergie werden im Smart Controller gespeichert, der sie an Cumulocity IoT sendet. Die Software berechnet und aggregiert Kennzahlen wie den eingesparten Kraftstoff und vermiedene CO2-Emissionen. Durch Apama, eine weitere Anwendung der Software AG, erfolgt die Auswertung in Echtzeit. Im nächsten Schritt visualisiert die IoT-Lösung die Kennzahlen anhand von vordefinierten Regeln und „Out of the box“-Dashboards. Auf die Weise quantifiziert Cumulocity IoT den Mehrwert des Solarsystems und macht ihn leicht greifbar.

Ausgezeichnete Lösung

So konnten TRAILAR und die Software AG die Vorhersagen validieren und stellten fest, dass ein LKW mit den Solarmatten etwa 2 Tonnen weniger CO2 im Jahr ausstößt – je nach Anwendungsfall und Nutzungsverhalten. Bezogen auf den Kraftstoffverbrauch bedeutet das: Ein 12-Tonnen-Lkw verbraucht bis zu fünf Prozent weniger Diesel. Zugleich verlängert sich die Reichweite des Lkw und seine Wartungskosten sinken, weil Lichtmaschine und Motor weniger leisten müssen. Insgesamt amortisiert sich die Lösung in 12 bis 18 Monaten. Das System lässt sich auch auf andere Nutzfahrzeuge wie Linienbusse, Abfahrtsammelfahrzeuge, Kleintransporter oder Kühlfahrzeuge übertragen.

Die Technologie kommt an, wie die positive Resonanz des Fachpublikums beim gemeinsamen Auftritt von Software AG und TRAILAR auf dem Logistik-Kongress des BVL 2019 gezeigt hat. Diverse Logistik- und Umweltvereinigungen haben TRAILAR bereits ausgezeichnet, so zum Beispiel der britische Handelsverbands Freight Transport Association (FTA) für das innovativste Produkt 2018.

Erfolg erweitern

TRAILAR schafft eine solide Basis für das Überwachen und Steuern des Stromverbrauchs von Nutzfahrzeugen. Das System lässt sich erweitern, um Logistikprozesse sicherer, schneller, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Weitere Sensoren lassen sich mit dem System koppeln, um die Echtzeit-Analyse auszuweiten. Derzeit konzentrieren sich TRAILAR und die Software AG darauf, neue Daten- und Analysedienste zu entwickeln. Im Fokus stehen GPS-Datennutzung und Temperaturüberwachung von Kühlfahrzeugen. Logistikunternehmen können in Cumulocity IoT weitere IoT-Geräte über jede Cloud-Plattform einbinden und zahlreiche Anwendungen integrieren.

Erfahren Sie hier mehr über die Kooperation zwischen Software AG und TRAILAR oder besuchen Sie die TRAILAR Homepage für weitere Details zum Produkt.

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„Was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen“

„Was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen“

Interview mit Andrea Bürck, Head of Sales bei TYMLEZ

Frau Bürck, Sie arbeiten beim deutsch-niederländischen Blockchain-Start-up TYMLEZ und waren auch bei der diesjährigen InnovationTour dabei. Können Sie uns erklären, was TYMLEZ macht und wie Sie mit der Software AG zusammenarbeiten?

A. Bürck: Die TYMLEZ Solution Plattform nutzt Blockchain, eine der wichtigsten Digitalisierungstechnologien, um sie für Unternehmen nutzbar zu machen. Einzigartig bei TYMLEZ sind vor allem die stark vorkonfigurierte Plattform, mit der ein Kunde mühelos mit seinem ersten Projekt starten kann. Außerdem bietet TYMLEZ eine hohe Integration mit verschiedenen SAP-Services wie zum Beispiel der neuen Hochgeschwindigkeitsdatenbank SAP HANA.
Unsere Partnerschaft mit der Software AG beruht darauf, dass die beiden Trendthemen IoT und Blockchain immer mehr zusammenwachsen. Ein Beispiel ist Track and Trace: Bringt man an Produkte oder Güter Sensoren an, senden diese Daten, die mithilfe einer IoT-Plattform wie Cumulocity ausgewertet werden können. Diese Daten können mit TYMLEZ in der Blockchain abgelegt, dort sicher vor Manipulation gespeichert und von dort weiterverarbeitet werden. So kann der Hersteller der Güter in unserem Beispiel sicher sein, dass diese in den verschiedenen Bearbeitungsschritten nicht manipuliert worden sind, was sehr wichtig für die Qualitätssicherung ist.

Auf der InnovationTour haben Sie den Besuchern der Ausstellung mehrere Showcases mit TYMLEZ gezeigt, die die für viele noch immer abstrakte Blockchain-Technologie veranschaulichten. Können Sie ein Beispiel nennen?

A. Bürck: Gern! Einer unserer Showcases stammt aus dem Healthcare-Bereich: Das niederländische Unternehmen Nico.lab entwickelte auf Basis von TYMLEZ eine KI- und Blockchain-basierte Lösung für Krankenhäuser zur besonders schnellen Behandlung von Schlaganfallpatienten bei gleichzeitig höchster Datensicherheit. Die Kombination von KI und Blockchain unterstützt die Ärzte bei der Auswertung von Hirn-Scans und trägt dazu bei, das Risiko einer Verschlechterung der Folgen für die Patienten deutlich zu verringern.
Zeit und Sicherheit sind bei Schlaganfällen ein sehr bedeutender Faktor. Aus diesem Grund ist die Blockchain für medizinische Einsatzgebiete geradezu prädestiniert.

Welche Entwicklungsschritte sehen Sie in naher Zukunft für Ihre eigene Branche?

A. Bürck: Blockchain wird in Zukunft eine ebenso große Rolle spielen wie das Internet. Denn was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen.
Allein, dass die Bundesregierung einen Blockchain-Hub ins Leben rief spricht für sich: Der Einsatz der Blockchain ist im Grunde überall in solchen Bereichen denkbar, in denen es auf Transparenz für die Beteiligten einer Lieferkette oder eines Workflows ankommt, auf hohe Geschwindigkeit und größte Sicherheit in der Datenverarbeitung. Ich bin sicher, wir werden in naher Zukunft Blockchain in Bereichen wie der Verwaltung, in der medizinischen Versorgung oder auch beim Thema Digital Passport sehen. Da unterschiedliche Blockchains sich zunehmend miteinander verweben, wird diese Technologie ein ähnliches Netzwerk bilden wie das Internet.

Vielen Dank, Frau Bürck, für Ihre Zeit und die Hintergründe zur Zukunftstechnologie Blockchain!

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Datenschutzsouveränität in der digitalen Arbeitswelt

Datenschutzsouveränität in der digitalen Arbeitswelt

Im Forschungsprojekt “Inverse Transparenz” arbeitet die Software AG daran mit, die Datenverwendung für den Beschäftigten selbst transparent zu gestalten.

Im Arbeitsprozess fallen immer mehr Daten an, die unterschiedlich dokumentiert und sichtbar sind. Nicht immer wird für den Mitarbeiter transparent, was mit diesen Daten geschieht. Entwickelt sich hier nicht das Potenzial für eine umfassende Kontrolle und Überwachung von Beschäftigten und ihrer Arbeit? Genau damit befasst sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt Inverse Transparenz.

Mit „Vertrauenskultur statt Kontrollkultur“ setzt das Projekt ein neues Paradigma: die konsequente Teilnahme der Mitarbeiter an der Kontrolle der Verwendung ihrer Daten. Diese Offenheit zielt auf die Kontrolle der Beschäftigten (Employee Empowerment) über die eigenen Daten, stärkt das Vertrauensverhältnis zu seinem gesamten Umfeld und bietet eine regelkonforme Grundlage für den Datenumgang. Durch die Digitalisierung in der Produktentwicklung werden bei der Software AG z.B. alle Aufgaben in dem Problemverfolgungstool iTrac erfasst und priorisiert und die jeweiligen Arbeitsprozesse- und -schritte geplant. Die zentralen Systeme und ihre Daten stehen einer breiten Masse an Datennutzern, Teammitgliedern, Führungskräften, dem Management, und gegebenenfalls anderen interessierten Abteilungen für weitere Arbeitsschritte bzw. zur Informationsgewinnung zur Verfügung.

Gefahr des gläsernen Mitarbeiters

Die Daten führen zu einem digitalen Abbild der Arbeitsweise des Mitarbeiters. Technisch gesehen ermöglichen es die Systeme ohne großen Aufwand eine Verhaltens- und Leistungskontrolle über jeden Systemnutzer oder Mitarbeiter zu erstellen. Ganz im Stil des „Gläsernen Menschen“, könnte jeder Schritt verfolgt werden. Die Leistungen ließen sich mit denen anderer Kollegen vergleichen. Der Mitarbeiter könnte so in seinem Handeln, seiner Arbeitsweise und seiner Effektivität transparent werden, sich damit beobachtet und eingeschränkt fühlen und aufgrund dessen könnte sein Handeln und Verhalten beeinflusst werden.

Zusätzlich zu den klassischen Instrumentarien zum Schutz der Mitarbeiterdaten, wie sie z.B.: das Datenschutzgesetz, das Betriebsverfassungsgesetz, der Schutz durch den IuK-Ausschuss und den Betriebsrat als Kontrollorgan etc. darstellen, ist es das Ziel des Projekts „Inverse Transparenz“, die Datensouveränität der Beschäftigten zu stärken und ihnen aufzuzeigen, wie ihre Daten im Unternehmen genutzt werden, ohne einen Datenmissbrauch fürchten zu müssen.

Inverse Transparenz setzt auf drei zentrale Prinzipien:

  • „Watch the Watcher“: Die Verwendung von Daten für die Beschäftigten sichtbar machen
  • Beteiligung: Beschäftigte zu Akteuren eines beteiligungsorientierten Datenschutzes befähigen
  • Empowerment: Beschäftigte zur aktiven Nutzung von Daten befähigen, um eigenständig Arbeitsprozesse und Organisationsstrukturen zu verbessern

 

Expertengespräche in der Software AG

Um im Projekt ganz nah am Beschäftigten zu sein, wurden Mitarbeiter bei uns in der Software AG befragt. Die Kollegen aus allen drei wissenschaftlichen Einrichtungen des Projekts erhoben Daten an den Standorten Saarbrücken und Darmstadt. Das Sample bestand aus 22 Interviewten bei der Software AG – 14 in Darmstadt und acht in Saarbrücken. Die Interviews führten die Kollegen als Expertengespräche mit VertreterInnen des Managements aus diversen Leitungsfunktionen (Bereichs-, Abteilungs- und Teamleiter), aus HR, dem Betriebsrat sowie mit den Beschäftigten aus Entwicklung und Support durch. Dabei ging es um Fragen wie „Welche Bedeutung haben Daten im Arbeitsalltag?“ oder „Wie nutzen Beschäftigte selbst Daten aus dem Arbeitsprozess?“ und „Wie erleben sie die Transparenz?“.

Alle Interviews wurden bereits qualitativ ausgewertet. Erste Teilergebnisse der Forschungspartner zeigen, dass jüngere Befragte prinzipiell offener mit der Transparenz ihrer Daten umgehen, während etablierte Kollegen skeptischer gegenüber dem Vorhaben waren. Allerdings ist festzuhalten, dass auch sie, wie die jüngeren Kollegen, den Mehrwert der Transparenz erkannt haben und schätzen.

 

Kollegen für Praxislaboratorien gesucht

Das 36-monatige Projekt gliedert sich in drei Phasen: Analysephase, Pilotierungsphase und Transferphase. Am Ende jeder Phase steht ein Wissenschafts-Praxis-Dialog, bei dem sich Forschungspartner und die Software AG zusammenfinden, um die zentralen Befunde zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Im zweiten Quartal des nächsten Jahres soll dann in Praxislaboratorien der Prototyp in der Praxis angewendet werden. Es werden noch Kollegen aus der Entwicklung in Deutschland gesucht, die das Tool testen wollen. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei den Projektleitern Christian Gengenbach oder Klotilda Muca melden.

 

Das Projekt Inverse Transparenz

In dem interdisziplinären Forschungsprojekt arbeiten drei wissenschaftliche Einrichtungen mit: das Institut für sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF München), die Technische Universität München (TU München) und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München). Sie alle haben es sich zum Ziel gesetzt, Potenziale und Anwendungsszenarien inverser Transparenz in einer digitalen Arbeitswelt zu bestimmen. Die Software AG ist nicht nur ein relevanter Forschungspartner aus der Industrie, sondern hat die spezielle Rolle des Anwendungspartner in allen Phasen der Forschung übernommen. Konkret bedeutet dies, dass bei der Software AG die Pilotlösungen erprobt und Erfolgsfaktoren für eine breite Anwendbarkeit und Umsetzung des Kozepts entwickelt werden.

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„Partner mit gemeinsamer Vision sind das A und O“

„Partner mit gemeinsamer Vision sind das A und O“

Interview mit Arne Aßmann, Head of Strategy and Business Development bei 1NCE

Herr Aßmann, Ende November 2019 wurde es offiziell verkündet: 1NCE und Cumulocity IoT bündeln ihre Kompetenzen, um IoT-Projekte für ihre gemeinsamen Kunden zu vereinfachen. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft! Können Sie unseren Lesern beschreiben, welches Problem 1NCE löst?

A. Aßmann: 1NCE vereinfacht die Vernetzung von IoT Hard- und Software und fungiert somit als Bindeglied. Wir bieten die weltweit erste IoT-Flatrate an, also einen einfach zu nutzenden, günstigen Mobilfunktarif für IoT-Anwender. Unser Ziel ist es, die Verfügbarkeit unseres Services von derzeit Europa, Asien und den USA weiter global auszuweiten. Außerdem ist unsere Vision, für unsere Kunden einfach zu nutzende Ökosysteme zu schaffen, Fallstricke bei der Umsetzung von IoT-Projekten auszumerzen und somit zur Standardisierung der Vernetzung von Hard- und Software im IoT-Bereich beizutragen.

Wie können nun die Kunden von 1NCE die Plattform von Cumulocity IoT nutzen?

A. Aßmann: Wir sehen die 1NCE-Netzwerkplattform als ganz grundlegende und tiefliegende Layer im komplexen Ökosystem der IoT-Software. Wir möchten also unsere Kunden nicht unbedingt auf die 1NCE-Plattform zwingen, sondern unsere Lösung vielmehr in bestehende Anwendungs-Plattformen wie Cumulocity IoT einbinden. Damit die Nutzer sich voll auf ihre Projekte fokussieren können und die Steuerung ihres IoT-Mobilfunktarifs ganz unkompliziert und fast nebenbei durchführen können, haben wir eine API-Schnittstelle in die Cumulocity-Cloud geschaffen. Die Kunden brauchen also die Cumulocity-Plattform nicht zu verlassen und sparen sich so einen Umweg, den sie ansonsten zusätzlich steuern müssten.

Weshalb haben Sie sich entschieden, ausgerechnet mit Cumulocity IoT zusammen zu arbeiten?

A. Aßmann: Da beide Services auf ähnlichen cloud-basierten und damit dezentralen Server-Komponenten beruhen, war die Verknüpfung von Cumulocity und 1NCE unkompliziert. Die Dezentralität ermöglicht zusätzlich die komplett ortsunabhängige Nutzung der Lösungen. Derzeit entwickeln wir bei 1NCE noch einen Streaming-Modus, mit dessen Hilfe alle Services in der Cumulocity-IoT-Plattform stets aktuell dargestellt und ohne Latenz aktualisiert werden.
Auf unserer Mission, den Weg zu erfolgreichen IoT-Projekten für unsere Kunden zu ebnen sind gute Partner mit derselben Vision das A und O. Die gemeinsame Kundenzentriertheit ist also ein weiterer Grund, weshalb wir Cumulocity IoT als Partner ausgewählt haben.
Die gemeinsame Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Produkts io-key von autosen ist ein Paradebeispiel wie gute IoT-Partnerschaften idealerweise funktionieren sollten: jeder Partner bringt seine Best-in-Class-Expertise mit ins Spiel, um das finale Produkt zu einem echten Allrounder zu machen, der die Nutzung für die Kunden möglichst einfach macht.

Nach diesen erfolgreich geschlossenen Partnerschaften und gemeinsamen Produktentwicklungen – wie sehen die Zukunftspläne aus?

A. Aßmann: In naher Zukunft haben wir vor, die bereits erwähnte Streaming-Funktionalität zu finalisieren und so zu gestalten, dass der Kunde reibungslos Konnektivität für sein IoT-Projekt über die Cumulocity-IoT-Plattform buchen kann.
Mittelfristig widmen wir uns unter anderem auch dem Thema 5G, denn Netzwerkmanagement wird zunehmend auch Sache von Unternehmen. Ein Chemieunternehmen könnte sich beispielsweise sein eigenes Mobilfunknetz für den sicheren Austausch seiner Maschinen- und anderer Daten aufbauen. 1NCE hat speziell dafür bereits Lösungen entwickelt und wird diese weiter ausbauen. Unsere Funktionalität und technologische Expertise im Bereich Konnektivität werden wir weiter ausbauen und gerne auch schauen, welche Möglichkeiten sich dabei mit unseren Ökosystem-Partnern noch ergeben.
Auf langfristige Sicht arbeiten wir mit 1NCE daran, unsere Services weltweit weiter auszubauen, denn unsere Kunden fragen diese internationale Konnektivität bereits nach.
1NCE wächst mit den Anforderungen seiner Kunden – was von der Nutzerseite an neuen Herausforderungen auf uns zukommt, dafür sind wir sehr offen. Aus der Fragestellung, wie IoT-Konnektivität noch vereinfacht werden kann, ergeben sich für uns sicher in Zukunft noch neue Aufgabenfelder, die heute schlichtweg noch nicht abzuschätzen sind. Wir freuen uns auf das, was da kommt und blicken der Zukunft des IoT sehr positiv entgegen.

Herr Aßmann, vielen Dank für Ihre Zeit und die Einsichten in die Partnerschaft mit Cumulocity IoT!

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