Ein Universalschlüssel für das Industrial Internet of Things

Ein Universalschlüssel für das Industrial Internet of Things

Ein Interview mit Thomas Naczenski, Prokurist von autosen:

Sie haben mit autosen in diesem Jahr zum ersten Mal die Innovation Tour unterstützt. Zu welchem Thema haben Sie gesprochen?

Naczenski: Ich habe einen Zuschauer aus dem Publikum gebeten, live auf der Bühne mithilfe unseres Produkts, dem io-key, einen Sensor mit Cumulocity IoT, der IoT-Plattform der Software AG, zu verbinden. Der io-key ist im Grunde ein IoT Gateway, welches mehr als 10.000 unterschiedliche Sensoren von etwa 200 verschiedenen Herstellern in unter einer Minute erkennt und deren Daten per Funk in die Cloud sendet. Und das Verbinden ist so einfach, dass es sogar eine völlig unbedarfte und ungeübte Person in kürzester Zeit schafft, Daten in die Cloud zu bringen. Etwas Vergleichbares gibt es aktuell in der Industriesensorik noch nicht.
Teil meines Vortrags auf der InnovationTour war außerdem, welchen Herausforderungen sich die Industrie derzeit noch gegenübersieht und wie in Zukunft der io-key diese vereinfachen kann und wird.
Was macht denn den io-key einzigartig?

Naczenski: Bis vor wenigen Jahren verarbeiteten Sensoren bloß einen Stromwert, der interpretiert und erst nachträglich einer passenden Einheit zugeordnet werden musste – handelte es sich beispielsweise um eine Distanz, einen Prozesswert oder einen Schaltzustand?
Heute sind wir durch das digitale Standard-Protokoll IO-Link in der Lage, direkt mit dem Messwert auch die Einheit zu übertragen. Der io-key kann die verschiedenen, für jeden Sensortyp individuellen Treiberdateien (so genannte IODDs) unterscheiden und somit unterschiedlichste Sensoren und deren Messwerte automatisch erkennen. Der io-key ermöglicht somit eine Plug-and-Play-Integration der Sensorik, die zuvor so nicht möglich war. Die Inbetriebnahme eines Sensors ist so einfach wie das Anschließen eines USB-Gerätes an Ihrem Computer.
autosen hat somit das erste IO-Link-fähige Plug & Play Funk-Gateway für Sensorik entwickelt.

Welche Entwicklungsschritte stehen uns im Bereich der Industrie 4.0 in der nächsten Zeit bevor?

Naczenski: Wir wissen, dass immer mehr Sensorik auf einen herkömmlichen Ausgang verzichten und stattdessen auf einen Standard wie IO-Link setzen wird. Dieser ermöglicht, das volle Potential aus den Daten zu schöpfen und eröffnet der Industrie außerdem lukrative Effizienzsteigerungen.
Die Sensorik wird in Zukunft generell kleiner, smarter und schneller einsetzbar werden.
In der Zukunft ist denkbar, dass auch Industriesensorik durch den Einsatz von Energy Harvesting zunehmend autonomer wird. So könnte es dazu kommen, dass neben der Datenübertragung per Kabel statt per Funk, auch die Notwendigkeit der Stromversorgung über Kabel abnimmt. Dies würde langfristig dazu führen, dass vollständig kabellose Sensoren auch in der Industrie zur Tagesordnung gehören.

Ein weiteres Thema ist 5G, das erstmals Echtzeitkommunikation von Sensorik über Funk ermöglicht. Des Weiteren ist eine Vorverarbeitung von Sensordaten durch Edge-Computing dank der hohen 5G-Bandbreite dann nicht mehr zwingend notwendig. Als Use-Case in diesem Bereich ist zum Beispiel die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) zu nennen.
Auf dieser Basis können außerdem neue Arten von Machine Learning / Künstlicher Intelligenz entwickelt werden, die in der Lage sind im Szenario der vorausschauenden Wartung auch selbstständig Schlüsse aus eingehenden Fehlermeldungen zu ziehen, beispielsweise verschleißende Teile rechtzeitig nachzubestellen und ein Ticket für die Montage des Ersatzteils für einen Wartungsmitarbeiter zu erstellen, bevor ein Maschinenausfall auftritt.

Wie hat Ihnen die InnovationTour gefallen?

Naczenski: Es war eine tolle Möglichkeit, unser innovatives Produkt, den io-key, auf der Messe der InnovationTour den Besuchern und Teilnehmern präsentieren zu können. Vielen Dank dafür! Auf der anderen Seite war die Tour für uns auch aus der Partner-Perspektive interessant zu sehen, was die Software AG sonst noch in der Pipeline hat und welche Produkt-Updates und Veränderungen es geben wird. Wir haben neben relevanten, neuen Kontakten, Insights und neue Ideen mitgenommen, was wir mit Cumulocity IoT und beispielsweise den Tools webMethods.io und TrendMiner in der Zukunft noch machen könnten.

 

Wir danken Herrn Naczenski für die Zeit und das wertvolle Gespräch und freuen uns auf die Projekte und Zusammenarbeit in der Zukunft.

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Die Software AG und Dell unterstützen Best Practices in IoT-Projekten

Die Software AG und Dell unterstützen Best Practices in IoT-Projekten

SMC als Paradebeispiel für den gelungenen Aufbruch in die Industrie 4.0

In Partnerschaft mit Dell Technologies entwickelte die Software AG ein leistungsstarkes IoT-Edge-Bundle, das Hardware, Software und relevante Services kombiniert. Unternehmen können damit ihre IoT-Projekte sofort anschließen und starten. Doch innovative Geschäftsmodelle im Bereich Industrie 4.0 lassen sich leichter umsetzen, wenn sich die Unternehmen an Best Practices orientieren können. Hier zeigt SMC, der Weltmarktführer für industrielle Automatisierungstechnik, wie echte Innovation in der Smart Factory aussehen kann.

Mit Cumulocity IoT Edge, powered by Dell Technologies, lassen sich beliebig viele Endgeräte und Sensoren in wenigen Minuten anschließen. Mithilfe relevanter Funktionen wie integrierter Streaming-Analyse, vorkonfigurierter Smart Rules und Feldbusanbindung können auch komplexe IoT-Lösungen schnell und reibungslos erstellt werden. Dank einer konsistenten Architektur ist die Skalierung für neue Einsatzgebiete und Geschäftsmodelle einfach.
Als führender Hersteller, Partner und Lösungsanbieter für pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik hat sich SMC Deutschland ein hohes Ziel gesteckt: eine neue Automatisierungslösung zu entwickeln, die Daten von der Feldebene in die Cloud-Plattform transferiert. Innerhalb einer Projektpartnerschaft wurde der leistungsfähige und multifunktionale Aufbau namens „Smart Field Analytics“ in Zusammenarbeit mit Dell und der Software AG gemeinsam umgesetzt.

Vorausschauende Wartung durch schnellere Datenverarbeitung
SMC setzt beim Thema Industrie 4.0 auf den konsequenten Ausbau der Produktlinien in Richtung Vernetzung und dezentraler Intelligenz. Die Anbindung an übergeordnete Systeme soll so schnell und einfach wie möglich realisierbar sein und Anwender in die Lage versetzen, ihre Produktionsabläufe permanent zu optimieren.
Um also eine reibungslose Produktion und vorausschauende Planung sicherzustellen, müssen die Massen an Daten, die Maschinen und Sensoren in Werkshallen erzeugen, in Echtzeit an ihrem Entstehungsort überwacht werden. Dies ist mithilfe von Edge Computing möglich: Die Daten werden vor ihrer Analyse nicht zuerst in die Cloud übertragen, sondern direkt am Rand des Netzwerks, der „Edge“, verarbeitet. Latenzzeiten werden somit massiv verringert, drohende Fehlproduktionen oder -funktionen können verhindert und Maschinenstillstand oder Ausschuss vermieden werden – vorausschauende Wartung in ihrer Perfektion.

Mit Smart Field Analytics zu mehr Energieeffizienz
Der bewusste und schonende Umgang mit Ressourcen hat nicht nur gesellschaftliche Bedeutung – auch die Produktionsindustrie ist seit jeher mit der Herausforderung konfrontiert stets ressourcenschonend und gleichzeitig kosteneffizient zu agieren.
In einem innovativen Anwendungsfall konnte SMC durch die dauerhafte Überwachung der Maschinendaten auch die Energieeffizienz steigern. Auftretende Leckagen in den Maschinen, Druckschwankungen oder Verbrauchsspitzen werden erkannt, analysiert und bilden die Grundlage für Maßnahmen zur langfristigen Energieeinsparung. So konnte beispielsweise das Leckagemanagement von pneumatischen Zylindern unter Einsatz eines Machine-Learning-Modells analysiert und automatisiert werden: Anhand historischer Daten wurde einem Algorithmus durch Machine-Learning antrainiert, drohende Leckagen in der pneumatischen Anlage selbstständig sofort zu erkennen. Per Internet-Protokoll werden die Daten direkt an die Cloud-Plattform geschickt und automatisch ein Ticket für das Wartungspersonal erstellt.

Vom 26.11. bis 28.11. präsentieren SMC und die Software AG gemeinsam die genannten und weitere Use Cases auf der diesjährigen SPS in Nürnberg. Das Team ist in Halle 3 Stand 570 zu finden und steht gerne für Fragen bereit.

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„Die Digitalisierung macht uns unabhängiger – wenn wir Menschen klug damit umgehen.“

„Die Digitalisierung macht uns unabhängiger – wenn wir Menschen klug damit umgehen.“

Interview mit Frank Rauber, Associate Partner und​ Jörg Kircher, Senior Director von nterra

 

Herr Rauber und Herr Kircher, Sie beide arbeiten bei nterra und waren auch bei der diesjährigen InnovationTour wieder dabei. Zunächst zu Ihrem Unternehmen: Was macht nterra und wie arbeiten Sie in Partnerschaft mit der Software AG zusammen?

Kircher: Wir von nterra nennen uns gern „die Digitalisierer“: Unser Ziel ist es, Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Ob es um die Abschaffung analoger Prozesse, die Einführung neuer Unternehmenssoftware oder komplett neue, digitale Geschäftsmodelle geht – unsere Berater und Entwickler bringen das konzeptionelle und technische Know-how in die Teams unserer Kunden ein.

Rauber: Und beim Thema Technik rückt dann unsere langjährige Partnerschaft mit der Software AG in den Fokus: Seit rund 10 Jahren sind wir bereits ein „Preferred Partner“ und genießen diese langfristige Zusammenarbeit sehr. Seit jeher gehören wir zu den ersten Adressen, wenn es um die Integration von Lösungen mit webMethods geht. Aber auch zu neueren Produkten wie z. B. Cumulocity IoT und Apama haben wir schnell Know-how aufgebaut.

 

Auf der InnovationTour haben Sie einen wachrüttelnden Showcase ausgestellt, der es in sich hat. Können Sie mehr dazu sagen?

Rauber: Das Thema der Tour lautete ja „Integration & IoT“ – und da wollten wir den Besuchern wortwörtlich die Augen öffnen. Daher war unser Showcase ein smarter Kaffeeautomat, der in Zusammenarbeit mit Cumulocity IoT nicht nur einen effizienten Order-to-Delivery-Prozess abbildet, sondern auch IoT-Komponenten einsetzt.

Kircher: Auch, wenn ich persönlich ein großer Kaffee-Liebhaber bin: Unsere IoT-Kaffeemaschine steht selbstverständlich nur symbolisch für jede Form von Unternehmensprozessen – sei es in der Fertigung, in der Logistik, im Handel und so weiter. Wir zeigen, wie Prozesse effizient und mit minimaler, aber dafür nutzerfreundlicher Interaktion ablaufen können und wie smart eingesetzte Sensoren samt verknüpfter Aktionen zu Mehrwerten für Unternehmen und Nutzer führen.

 

Welche Entwicklungsschritte sehen Sie in naher Zukunft für Ihre eigene Branche?

Kircher: Als IT-Beratungshaus war es schon immer unsere grundlegende Aufgabe, die Wünsche und Anforderungen der Kunden aufzunehmen und mit unserer technischen Expertise – und oft der technischen Plattform der Software AG – umzusetzen. In den letzten Jahren haben wir uns hier weiterentwickelt: Wir nennen es das “Sherpa-Prinzip”. Das bedeutet, dass wir den Kunden nicht einfach nur die Koffer zum Gipfel tragen, im übertragenen Sinne. Wir sehen uns als Partner, Guide und Wegbereiter. Es ist mehr eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die bereits bei der Suche nach Ideen, Konzepten und Geschäftsmodellen beginnt. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren die Beratungsbranche zunehmend prägen.

Rauber: Nehmen wir das Beispiel “IoT”: Unternehmen wissen, dass smarte Devices und Prozesse unglaubliches Potenzial haben. Aber ihnen fehlt der Ansatzpunkt, dieses Potenzial zu nutzen. Also beginnen wir mit dem Kunden ganz am Anfang, erkunden in Workshops das Terrain mit ihnen und zeigen die Chancen und Anforderungen auf. Wir können die verlängerte Werkbank sein – aber noch stärker und wertvoller für den Kunden sind wir, wenn wir die ganzheitliche Lösung im Blick haben und gemeinsam umsetzen können.

 

Welche Technologien werden die größte Auswirkung auf die Gesellschaft/Endverbraucher haben?

Rauber: Ich habe die Anfänge der Personal Computer noch miterlebt. Einst gab es dedizierte Aufgaben für die man sich vor einen Computer gesetzt und sie erledigt hat. Heute lassen sich die meisten Aufgaben mit dem Computer erledigen – und dafür muss man nicht unbedingt vor ihm sitzen. Und morgen? Werden Aufgaben mehr und mehr sich selbst erledigen. Die Verbindung von Cloudtechnologien, Künstlicher Intelligenz, Sensortechnik und neuartigen, smarten Devices wird unser tägliches Leben mehr und mehr vereinfachen. Wie sagt die Software AG so gern?: „Freedom as a service“. Die Gesamtheit der Digitalisierung wird uns unabhängiger machen – solange wir als Gesellschaft klug mit den Möglichkeiten umgehen. Und auf technischer Seite? Da werden sich Lösungen, die auf Standards basieren und sich modular in IT-Landschaften einsetzen lassen gegenüber proprietären Lösungen durchsetzen.

Wie hat Ihnen die InnovationTour persönlich gefallen?

Kircher: Die Innovation Tour ist immer ein willkommener Anlass, mit unseren Partnern und Kollegen der Software AG in Kontakt zu treten. Die Fachvorträge geben spannende Impulse und sowohl der Austausch mit anderen IT-Experten als auch mit Interessenten ist immer wieder inspirierend.

Rauber: Zudem bietet die Umstrukturierung vom einstigen Ein-Tages-Event zur mehrtägigen Tour durch Hamburg, Frankfurt, München usw. die Möglichkeit, noch mehr potenzielle Partner und Interessenten im deutschsprachigen Raum anzusprechen. Auch, wenn uns die schöne Abendveranstaltung des alten Formats schon ein bisschen fehlt.

 

Wir bedanken uns bei Jörg Kircher und Frank Rauber für das Interview und hoffen auf weitere Jahre voller spannender und erfolgreicher Zusammenarbeit mit nterra.

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„Wir sollten aufhören, davon auszugehen, dass Menschen grundsätzlich faul und passiv sind”

„Wir sollten aufhören, davon auszugehen, dass Menschen grundsätzlich faul und passiv sind”

Interview mit Ralf Günthner, Senior Partner & Digital Transformer bei TEAM-FACTORY.

 

Herr Günthner, Sie sind Senior Partner & Digital Transformer bei TEAM-FACTORY. Können Sie uns mehr dazu sagen, womit sich genau beschäftigen?

Günthner: Sehr gern. Wir bei TEAM-FACTORY sind der Überzeugung, dass die 4. Industrielle Revolution ein Spiel mit neuen Regeln und neuer Dynamik ist. Wir stellen uns Fragen wie: Was bedeutet die Transformation für Unternehmen? Welche Chancen sind durch Nutzung von Daten möglich? Welche Geschäftsmodelle eröffnen sich durch das Neudenken von Wertschöpfungsketten? Was sind die Auswirkungen auf Führungskräfte und Mitarbeiter? Diese Fragen faszinieren uns – daher begleiten wir Unternehmen bei diesen anspruchsvollen Transformationsprozessen und auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0.

Dieses Jahr waren Sie auf der InnovationTour der Software AG zu Gast. Welche Themen haben Sie vorgestellt?

Günthner: Mein Vortrag hat versucht, die Brücke zwischen neuen Technologien wie IoT, Künstlicher Intelligenz oder Blockchain und Initiativen wie New Work oder Arbeiten 4.0 zu schlagen – das sind auch meine ganz persönlichen Herzensthemen. Ich wollte aufzeigen, warum der Mensch und seine kreativen Potentiale im Mittelpunkt der Digitalen Transformation stehen sollten und wie es Unternehmen gelingt, den Nutzen aus neuen Technologien in einer effizienten Art und Weise zu realisieren. Ganz zu Beginn habe ich versucht, Ordnung in den recht unübersichtlichen Dschungel von Begrifflichkeiten und Buzzwords wie Digitalisierung, IoT, Blockchain, Künstliche Intelligenz, Holacracy oder Sociocracy zu bringen. Danach zeigte ich die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung auf und wie man den „Kompass der Digitalen Transformation“ nutzen kann, um die Menschen in Unternehmen fit und resilient zu machen für die Reise in die Welt 4.0.

Das klingt sehr spannend. Können Sie einen kurzen Einblick dazu geben, worauf es Ihrer Meinung nach am meisten ankommt?

Günthner: Es ist natürlich schwierig, den gesamten Vortrag nun in wenigen Sätzen zusammenzufassen, aber eine integraler Punkt ist meiner Meinung nach folgender: Während wir bisher in hierarchisch organisierten Strukturen “top-down” gearbeitet haben, sollten Unternehmen vermehrt auf agile Strukturen und Selbstorganisation setzen. Wir sollten aufhören, davon auszugehen, dass Menschen grundsätzlich faul und passiv sind, Anreiz benötigen und kontrolliert werden müssen, um Leistung zu erbringen. Es ist meiner Meinung nach wenig zielführend, zu denken, dass Menschen nur ungern Verantwortung übernehmen und Führung deshalb unweigerlich nur mithilfe von Druck und Kontrolle funktionieren kann. Ich bin der Auffassung, dass wir weg von diesem negativen Mindset müssen und Vertrauen in die Kreativität der Mitarbeiter setzen sollten. Nur durch Kreativität entsteht Innovation! Aus meiner Erfahrung als Leader in verschiedenen Organisationen, würden viele Menschen gerne mehr Verantwortung für ihren Aufgabenbereich sowie die Digitale Transformation übernehmen. Dies ist auch der Grund dafür, warum Führung in einer digitalisierten Welt nur funktioniert, wenn das Leadership-Team der Belegschaft die nötigen Freiheiten und Handlungsspielräume lässt.

Herr Günthner, vielen Dank für das Gespräch!

Günthner: Danke Ihnen! 

Die InnovationTour der Software AG fand auch in diesem Jahr wieder statt. Mit Beiträgen zu den Themen API Management, Data Analytics und Industrie 4.0 stellte die Software AG selbst, aber auch namhafte Kunden spannende Projekte zur Schau – alles anhand realer Anwendungsbeispiele. Nähere Informationen zur InnovationTour 2019 finden Sie hier https://www.softwareag.com/de/company/events/iot_tour/default.ht.

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Umhüllt von Datenströmen und zartem Kakaoduft

Umhüllt von Datenströmen und zartem Kakaoduft

Im Rahmen des Forschungsprojekts EVAREST durfte ich die Schokoladenfabrik Lindt in Aachen besichtigen.

Tak, tak, tak, tak. Die Verpackungsmaschine in der Schokoladenfabrik rattert unermüdlich und  schafft 550 Tafeln in der Minute. So schnell kann ich gar nicht gucken. Zuerst wird die Tafel in hauchdünne Alufolie verpackt und dann mit dem bedruckten Karton umwickelt.  „Lindt Excellence 70% Cacao“ steht auf der Verpackung. Ab und zu fällt eine Tafel Schokolade in einen Korb. Fehler, aber der ist so unauffällig, dass ich erst mal nachfragen muss, warum die Tafel nicht weiter den Weg in den Karton findet. „Nicht korrekt gefaltet“, stillt der Werksarbeiter meine Neugierde. Bei Lindt herrschen hohe Qualitätsstandards. Bei der kleinsten Abweichung von der Norm wird aussortiert und gegebenenfalls nochmal eingeschmolzen.

Ich stehe mitten im einzigen deutschen Werk von Lindt, bewundere die hochmodernen Produktionsanlagen und nehme den zarten Kakaoduft wahr, der unaufdringlich in der Luft liegt. Manch einer beneidet mich um meine Mitwirkung im Forschungsprojekt EVAREST. Anlässlich des ersten Konsortialmeetings hat uns der Anwendungspartner Lindt zur Werksbesichtigung eingeladen. Der Besuch der Produktionshallen soll den Projektpartnern dabei helfen, bei aller „Datentheorie“ ein Gespür für den Anwendungsfall zu entwickeln.

Die Lindt & Sprüngli AG ist ein international tätiger Schweizer Schokoladenhersteller mit Sitz in Kilchberg (ZH) in der Schweiz. Die Gründung geht auf das Jahr 1898 zurück. 14.570 Mitarbeiter zählte die Unternehmensgruppe im Jahr 2018, die weltweit einen Umsatz von 4 313,2 Mrd. Schweizer Franken erwirtschaftet. Neben einer Vielzahl verschiedenster Tafelschokoladen stellt sie auch Pralinen her.  Dazu kommen saisonale Produkte wie Weihnachtsmänner oder Osterartikel.  Insgesamt wurden 2018 2.523 unterschiedliche Produkte produziert. Lindt ist in Deutschland mit einem sehr breit aufgestellten Schokoladensortiment auf dem Markt. Deutschland ist das Heim des Goldhasen und der gesamten Hohlfigurenproduktion für die Lindt & Sprüngli Gruppe.

Worum geht es bei dem vom BMWi geförderten Projekt EVAREST? In der Lebensmittelproduktion fallen massenhaft Daten an. Auf der Kakaoplantage, beim Transport und in den Fabrikhallen zählen, messen und sammeln Maschinen und Anlagen alle möglichen Werte. Von der Qualität der Rohware, über die saisonale Verfügbarkeit der Zutaten bis zur aktuellen Marktnachfrage. Wie viele Kakaobohnen ernten Bauern wann und wo? Wie steht es um die Qualität der Bohnen? Und welche Sorten ergaben besonders gute Schokolade. Analysen liefern eine Fülle von Informationen, Codes aus Zahlen und Buchstaben geben Auskunft über Rohstoff, Herkunft, Zuliefererketten, Qualitätskontrolle und Nachfrage. Diese Daten nutzen bisher nur der Bauer, der Lieferant und der Fabrikant vor Ort: jeder allein für sich, um jeweils seinen kleinen Teil der Kette im Auge zu behalten.

Gruppenfoto

Branche profitiert von Rohstoffdaten

Die Lebensmittelindustrie  will aus Datenströmen eine zusätzliche Einnahmequelle für Erzeuger und Hersteller schaffen. Aber auch für andere sind solche Daten aufschlussreich, erst recht, wenn die Informationen verknüpft werden. Weiß z. B. der Hersteller edler Schokolade früh über Qualität und Umfang der Kakaoernte Bescheid, kann er seinen Einkauf besser planen – etwa, wenn Bohnen bestimmter Güter absehbar knapp werden. Auch Finanzfachleute würden profitieren und könnten früh und fundierter Preisentwicklungen für Rohstoffe voraussagen. Solches Wissen ist bare Münze wert.

Das Projekt EVAREST hat im Januar 2019 begonnen. Ziel ist die Entwicklung und Verwertung von Datenprodukten als Wirtschaftsgut im Ökosystem der Lebensmittelproduktion. Als Basis soll eine offene technische Datenplattform geschaffen werden, die über Unternehmensgrenzen hinausgeht. Ferner werden  ökonomische und rechtliche Nutzungskonzepte entwickelt. „Die globale Serviceplattform wird auf Software der Software AG aufsetzen. Sie wird Produkte, Anlagen, Systeme und Maschinen verbinden und damit die Analyse und Verwertung von IoT-Daten in einem globalen Ökosystem ermöglichen“, sagt  Andre Litochevski aus dem Bereich Research, der seitens der Software AG für das Projekt verantwortlich ist. Zum Projektkonsortium gehören neben der Software AG und Lindt das DFKI als Konsortialführer, die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), das Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. (FIR) an der RWTH Aachen und die Universität des Saarlandes.

Mit Kittel und Haube

Während der Werksbesichtigung lernen wir, wie sensibel die Schokoladenproduktion ist:  So spielt zum Beispiel die Temperatur in den Hallen eine große Rolle. Weicht die Temperatur der Schokoladenmasse nur um einen halben Grad ab – und je nach Produktionsstufe muss sie mal kühler oder mal wärmer sein, – verliert die Schokolade entweder ihren Glanz oder ist nicht mehr aus den Gießformen herauszubekommen.

Hygiene ist oberstes Gebot in der Schokoladenfabrik. Ohne Kittel und weiße Haube, für die Männer sogar Bartschutz, geht in den Produktionshallen gar nichts. Immer wieder passieren wir auf dem Weg zum Besprechungsraum oder in die Kantine Hygienestationen, wo wir unsere Hände waschen und desinfizieren und nach neuen Hauben greifen.

Auch der Arbeitssicherheit wird in der Produktion oberste Priorität eingeräumt. Bereits vor Jahren wurde an sämtlichen Produktionsstandorten ein entsprechendes „Health- & Safety“-Programm implementiert. Die Einhaltung der Ziele wird kontinuierlich überprüft. Unsere Besuchergruppe wird z. B. sehr konsequent gebeten, den Handlauf an der Treppe zu benutzen. Gebotsschilder weisen zusätzlich darauf hin. Es könnte sich ja Kakaobutter auf die Schuhsohle verirrt haben und die Treppe zur gefährlichen Rutschbahn machen.

Im Rahmen des Konsortialtreffens in Aachen wurden die Ergebnisse einer von den Partnern FIR und AMI konzipierten Umfrage vorgestellt. Diese wird als Input zum Status quo der Digitalisierung der industriellen Lebensmittelproduktion genutzt. Außerdem wurden während eines Workshops verschiedene Werte und Anforderungen für zukünftige Stakeholder des Ökosystems EVAREST entwickelt. Neben der Analyse von bestehenden und der Konzeption von zukünftigen Datenströmen in der Produktion wurden bereits Möglichkeiten zur Repräsentation von Datenprodukten sowie die Einsatzmöglichkeiten von Smart Contracts zur Absicherung von Datenprodukten im Ökosystem untersucht.

Und übrigens: Wer glaubt, neidisch auf meinen „Schokoladentag“ sein müssen,
den muss ich enttäuschen: Ich esse keine Schokolade

www.evarest.de

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Aufbau eines Enterprise-Management-Systems

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