Edge-Analytics: IoT am Wendepunkt

Edge-Analytics: IoT am Wendepunkt

Das IoT steht an einem Wendepunkt: eine Vielzahl an Daten wird zwar heute von Geräten und Sensoren erfasst, bleibt aber häufig ungenutzt. Warum? Weil niemand sie versteht! Zum Teil liegt dies daran, dass IoT-Daten, insbesondere IIoT-Daten, auf zentralen Servern erfasst werden. Diese Server liegen meist in der Cloud oder gehören zu einem internen Datensystem. Das führt bei Herstellern, die Echtzeit-IIoT-Daten aus Geräten und Sensoren analysieren müssen, zu Verzögerungen und zusätzlicher Komplexität.

Edge-Analytics schafft hier Abhilfe, weil sie Daten dort analysiert, wo sie entstehen – an der Anlage selbst. So müssen keine vernetzten Cloud- oder Serverdaten durchsucht werden, wodurch die Latenz sinkt und wiederum die Sicherheit steigt.
Edge-Analytics eignet sich perfekt für Hersteller, die von IIoT-Sensoren erzeugte Daten oder Produktionsdaten analysieren und ohne Zeitverzögerung auf diese riesigen Datenmengen reagieren müssen. Edge-Analytics verkürzt Reaktionszeiten und verbessert die Datensicherheit, insbesondere in Produktionsanlagen, die einen kontinuierlichen Datenstrom erzeugen, der für Angriffe anfällig ist. Hersteller, die Edge-Analytics-Prozesse in ihren IIoT-Programmen implementieren, profitieren aber auch von einigen anderen Vorteilen.

Verminderung von Netzwerkunterbrechungen und erhöhte Datenmobilität
Edge-Technologie beseitigt bei Fertigungsanlagen und Produktionszentren mögliche Risiken durch Ausfälle und Probleme mit der Netzwerkverbindung. Edge-Analytics-Systeme funktionieren auch dort, wo die Verbindung zur Cloud eingeschränkt oder nicht dauerhaft aufrechterhalten werden kann.

Echtzeit-Entscheidungen
Edge-Analytics kann Daten in Sekundenbruchteilen verarbeiten. Hersteller hochentwickelter Elektronik, spezieller Komponenten oder Robotertechnik, um nur einige Beispiele zu nennen, haben nur ein sehr kleines Zeitfenster, um Probleme zu erkennen, Daten zu analysieren und tatsächlich einen Nutzen daraus zu ziehen. Damit Entscheidungen schnell gefällt werden können, müssen IIoT-Geräte und Sensoren in der Lage sein, Daten direkt am Ort ihrer Entstehung zu analysieren, ohne sie zuerst in die Cloud zu übertragen.

Rechenleistung vor Ort
Viele IIoT-Sensoren und -Geräte dürfen aus produktionstechnischen Gründen eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Edge-Analytics-Hardware ist leichtgewichtig und robust und damit ideal geeignet für den Einsatz in produzierenden Anlagen, Lagern und ähnlichen Einrichtungen. So entsteht eine Umgebung, in der ohne umfangreiche Rechnerleistung auf Geräteebene Entscheidungen schnell und sicher getroffen werden können. Durch diese Verarbeitung der Daten am Entstehungsort werden die Zuverlässigkeit von Entscheidungen und Verfügbarkeit der vollen Rechenleistung gewährleistet.

Neue Anforderungen an Speicherplatz und Sicherheit
Die Anzahl der Sensoren- und Endgeräte in IIoT-Fertigungseinrichtungen, die immer mehr Daten produzieren, steigt stetig. Entsprechend müssen Betriebe einerseits ausreichend Speicherplatz zur Verfügung stellen und andererseits gewährleisten, dass die Daten in den unterschiedlichen Umgebungen abgesichert werden. Beschränkt man den Datentransfer auf einen Schritt, anstatt die Daten in mehreren Schritten an einen Server oder die Cloud zu übertragen, verringert sich auch die Angriffsfläche für Hacker.
Die Integration von Edge-Analytics in der Fertigungsindustrie ist vergleichbar mit der Einführung eines IoT-Systems. Empfehlenswert ist, mit einem System einzusteigen, das Warnmeldungen ausgibt, wenn beispielsweise an einer Maschine bestimmte Schwellenwerte erreicht werden. Diese Meldungen sollten für Produktionsingenieure, Produktmanager und Servicetechniker schnell und leicht verständlich sein, um den Einstieg zu erleichtern. An die Stelle eines proaktiven IIoT-Ansatzes tritt mit Edge-Analytics ein wirklich prädiktives Modell für Datenerfassung und -analyse.

Live erleben Sie Edge Analytics auf einem der sechs Stopps unserer Innovation Tour 2019 – wir freuen uns auf Sie!

Melden Sie sich noch heute an!

Teilen:
IoT-Starthilfe für die Industrie

IoT-Starthilfe für die Industrie

Die Software AG und Dell EMC haben eine IoT-Appliance entwickelt, die exakt auf vernetzte Produktionsumgebungen zugeschnitten ist. Hard- und Software sowie Services wurden nach dem „Out-of-the-Box“-Prinzip vorkonfiguriert. So ist die Technik schnell startklar, um riesige Datenmengen bereits am Netzwerkrand zu verarbeiten und nur die relevanten Informationen in die Cloud zu transferieren. Cumulocity IoT Edge bildet das Herzstück der Software-as-a-Service-Appliance, die über Subscription bezogen werden kann. Auch das hat entscheidende Vorteile.

Wie sich Produktionsprozesse verbessern lassen, wenn riesige Datenmengen effizient und sicher mit einer IoT-Appliance verarbeitet werden, verdeutlicht ein Blick in die Hallen eines Automobilherstellers: Dort sind die Karosserien exakt in Positionen gebracht. Pro Workstation sprühen sechs Lackierroboter, und ihre Bahnen werden in das CAD-Modell am Monitor projiziert. Gleichzeitig analysieren Algorithmen verschiedene Parameter wie Lackfluss und Druckluft. Sobald sie Anomalien entdecken, die einen Qualitätsabfall zur Folge haben könnten, stoppt der Anlagenleiter die Lackierroboter sofort, bevor sie weitere Karosserien besprühen. Die IoT-Appliance spart dem Automobilhersteller mühevolle Zusatzrunden und damit Zeit und Geld. Das Out-of-the-Box-Entwicklungskonzept von der Software AG und Dell EMC geht voll auf, da es den Bedarf nach einem schnellen, einfachen und sicheren Umsetzen von IoT-Anwendungen bedient.

Was in der hochperformanten Software-Appliance steckt

Die Basis der IoT-Plug & Play-Lösung bildet die Software-Plattform Cumulocity IoT, die der Marktforscher MachNation als führend im Application Enablement eingestuft hat. Konkret wird Cumulocity IoT Edge der Software AG auf Dell-Server aufgespielt, die mit Intel-Prozessoren arbeiten. Unternehmen erhalten so eine hochperformante und abgestimmte Software-Appliance, die am Netzwerkrand platziert und über Dell-Edge-Gateways mit der Sensorik verbunden wird. Die integrierte Analyse-Engine sorgt für die Fähigkeit, in Echtzeit die Produktionsqualität zu überwachen. Falls sich bestimmte Parameter ändern sollten, können Anwenderfirmen sofort über das Dashboard gegensteuern, ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Alle nötigen Services, zugeschnitten auf das einfache Entwickeln von IoT-Lösungen für die Industrie, sind vorinstalliert und vorkonfiguriert – und schnell per Plug & Play gestartet. Dazu bietet die Bibliothek vorgefertigte analytische Modelle. Per Drag & Drop lassen sich Business-Apps migrieren, ähnlich einfach funktioniert das Vernetzen von Endgeräten.

Prinzipiell ist der IoT-Software-Bundle in Kombination mit dem Dell Server geeignet, jedes Fertigungsszenario zu überwachen und zu steuern: von Condition Monitoring in Echtzeit über vorausschauende Wartung oder Produktionsprozessoptimierung bis hin zu Field-Service-Management. Die Stärke der IoT-in-a-Box-Lösung liegt im Edge Computing, was bedeutet, dass sie die Datenmassen nicht in die Cloud überträgt, sondern direkt am Entstehungsort verarbeitet und selektiert. Unternehmen können die Cumulocity IoT Edge im Subscription-Modell beziehen, das auch den Support rund um die Uhr beinhaltet. Das Service-Team spielt die Patches und Backups ein und übernimmt alle anfallenden Migrationen. Alle drei Jahre wird die komplette Appliance ersetzt. So bleibt die IT-Infrastruktur stets aktuell und deckt lückenlos lange Maschinenlaufzeiten ab. Zudem verschafft die geringe Mindestlaufzeit des IT-Stacks Anwendern den nötigen Spielraum, flexibel ihre Geschäftsmodelle an den Wettbewerb anzupassen.

Bereit für On- und Offline-Modus

Cumulocity IoT Edge kann im Offline-Modus betrieben werden, was für einen hohen Sicherheitslevel sorgt, da Daten nicht nach außen abfließen können. In dem Fall darf nur konfigurieren und auf Daten zugreifen, wer die Berechtigung dazu besitzt. Diese hohen Sicherheitsanforderung für eine autonom gesteuerte Anlage haben auch Betreiber kritischer Infrastrukturen zu erfüllen. Im Normalbetrieb analysiert und evaluiert die Edge Plattform Daten, wobei sie nur relevante Informationen in die Cloud weiterleitet. Das spart unnötigen Datenverkehr, Speicherplatz in der Cloud sowie die Kosten für eine hohe Anzahl an registrierten Devices. Welche Cloud ein Unternehmen nutzt, ist dabei unerheblich, da die Appliance voll kompatibel mit allen gängigen Cloud-Anbietern ist und schnell sowie sicher verbindet.

Die IoT-Appliance bietet nicht nur den Vorteil, ein IoT-Projekt schnell zu starten und anzubinden, sondern mit ihr lässt sich eine verteilte Plattformarchitektur aufbauen: Die Durchgängigkeit von APIs zwischen Cloud und Edge sorgt für die reibungslose Interaktion zwischen Plattform, Anwendungen und Geräten. Sowohl die Cloud- als auch die Edge-Plattform verfügen über dieselbe Analyse-Engine. Datenmodelle können so von einem Standort über die Cloud auf andere Produktionsstätten ausgerollt werden. Auch zentral entwickelte Modelle lassen sich über die Cloud für alle Werke bereitstellen. Wer Prozesse in mehreren Hallen oder Produktionsstandorten vielfach replizieren möchte, profitiert von dieser einfachen Skalierbarkeit.

Der IoT-Schnellstart zum Anschauen

Nach der SPS IPC Drives in Nürnberg 2018 hatte Cumulocity IoT Edge auf der Hannover Messe 2019 den nächsten großen Live-Auftritt. Unternehmen aus Industrie und Fertigung konnten sich an den Ständen von Dell EMC und der Software AG informieren, wie sie den Schritt zu komplexen IIoT-Lösungen meistern – und zwar zügig und auf die einfache Art. Das es sich hierbei nicht nur um ein Marketingversprechen handelt, bewiesen die Partner auch, als sie im Februar ein gemeinsames Webinar durchführten. Das beantwortete alle Fragen zum Schnellstart ins IoT: vom Zeit- und Budget-Rahmen bis hin zu den Voraussetzungen und notwendigen Schritten zum Skalieren nach einem initialen Kleinprojekt.

Sie haben das kostenlose Webinar verpasst? Sehen Sie sich hier die Aufzeichnung an.

Live erleben Sie IoT out the Box auf einem der 6 Stopps unserer Innovation Tour 2019. Jetzt anmelden!

 

Teilen:
Fünf wichtige Trends für den Einzelhandel

Fünf wichtige Trends für den Einzelhandel

Der Erfolg der Einzelhändler wird davon abhängen, wie gut es ihnen gelingt, die Kundenerwartungen zu erfüllen. Branchenführer werden den Weg, geschäftliche Probleme mithilfe digitaler Technologien zu lösen, weitergehen. Die Vorhersage von Kundenentscheidungen wird das Wachstum vorantreiben. Einzelhändler, die nicht bereit sind, sich einer digitalen Transformation zu unterziehen, werden wahrscheinlich auf der Strecke bleiben.

1. Gefühle der Kunden adressieren
Immer mehr Einzelhändler werden über emotionale Differenzierung die Gefühle ihrer Kunden ansprechen. Ein Beispiel dafür ist der Weihnachtsclip von John Lewis, der eine emotionale Bindung an die Marke herstellen soll. Dabei spielt auch Personalisierung eine Rolle. Auch Hyperpersonalisierung (Kontext, Echtzeit) – sowohl der Produkte als auch des Kundenerlebnisses – nimmt der Einzelhandel ins Visier. Hier kann Künstliche Intelligenz (KI) helfen, aber KI basiert auf hochwertigen Daten. Schwierigkeiten bei der Datenverfügbarkeit und Datenerfassung könnten deshalb zu einer großen Einschränkung werden.

2. Ansage an den Igel: Dieses Mal gewinnt der Hase
Im Einzelhandel dreht sich alles um Geschwindigkeit: Kunden sind immer weniger bereit zu warten, die Messlatte liegt immer höher. Das betrifft auch interne Abläufe, schnelle Reaktionen sind gefragt. Zusätzlich zu Investitionen in Robotic Process Automation, als ein Schritt in Richtung vollständige Prozessautomatisierung, wird der Einzelhandel prüfen, ob er Echtzeit-Analytics nutzen kann, um auf Vorgänge beim Kunden und in seinen Lieferketten und Läden zu reagieren. Außerdem wird die Branche daran arbeiten, KI und Maschinenlernen zu operationalisieren, um damit einen tatsächlichen Nutzen zu erzielen.

3. Welche Risiken birgt das IoT?
Das Internet der Dinge ist im Einzelhandel der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft – mag sein. Aber es birgt auch Risiken: Viele Einzelhändler haben Sicherheitsbedenken und sehen Gefahren in der Komplexität und der Anbindung der vorhandenen IT-Landschaften. Das wird die Einführung noch für eine gewisse Zeit verzögern. Smarte Händler werfen einen Blick über den Tellerrand, sie informieren sich, wie man in anderen Branchen vorgeht und streben ausfallsichere Infrastrukturen (Carrier-Grade-Security) an, die von zuverlässigen Anbietern bereitgestellt werden.

4. Niemand lebt auf einer Insel
Partnernetzwerke werden komplexer. Partnerschaften sind eine Möglichkeit, Umsätze zu steigern und sich vom Wettbewerb zu differenzieren: Die Zusammenarbeit von Amazon mit der britischen Supermarktkette Morrisons, bei der die Märkte als lokale Verteilzentren fungieren, ist nur ein Beispiel. Die US-Supermarktkette Kroger und die kanadische Supermarktkette Sobeys haben ihr Online-Lebensmittelgeschäft an Ocado outgesourct, und der niederländische Supermarkbetreiber Ahold arbeitet mit Blue Apron, einem Anbieter von Kochboxen, zusammen. Solche Partnernetzwerke werden umfangreicher und komplexer, und damit steigt die Bedeutung des API-Managements.

5. Trennung von Frontend und Backend: Headless Commerce
Die Gewinner unter den Einzelhändlern werden feststellen, dass sie ihre Backoffice-Systeme von den Kunden-Touchpoints entkoppeln müssen, wenn sie innovativ sein wollen. Dieser sogenannte „Headless Commerce“ bietet den Spielraum, die Customer Journey im Frontend anzupassen und zu verbessern, ohne die Backend-Systeme zu verändern. Die Software AG-Studie zur Digitalisierung im Einzelhandel 2018 beleuchtet diesen Ansatz, bei dem digitale Champions „Integrationsplattformen von Drittanbietern [nutzen], um digitale Plattformen von Änderungen abzuschirmen und so deren Erweiterungsmöglichkeiten zu verbessern und die Implementierung zu beschleunigen.“
Weitere Informationen zur Digitalisierung im Einzelhandel finden Sie hier.

Teilen:
IoT-Trends 2019 für die Banken- und Versicherungsbranche

IoT-Trends 2019 für die Banken- und Versicherungsbranche

Vom offenen Bankwesen über die nutzungsorientierte Finanzierung bis hin zur Beschleunigung des Internet of Things (IoT). Versicherungen und Finanzdienstleister stehen an der Schwelle zu einem neuen digitalen Zeitalter. Hier kommen die fünf Top-Trends für dieses Jahr:

 

1. Das richtige API-Management

Open Banking (auch API Banking) gewinnt im Zuge der kundenorientierten, digitalen Transformation zunehmend an Bedeutung. Dabei werden APIs nicht nur als reine technische Schnittstelle verstanden, die den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Das gesamte Lebenszyklusmanagement zur Skalierung, Kontrolle, Steigerung und Wiederverwendung von APIs spielt eine tragende Rolle. Unternehmen müssen sich Gedanken machen, welche APIs sie zur Verfügung stellen wollen und wo sie Synergien nutzen können. Sowohl intern als auch mit anderen Marktteilnehmern, die in Zeiten der Plattformökonomie zu Kooperationspartnern werden können. Einige Banken haben bereits ihre Strategien für Open Banking definiert und haben ein für sie passendes Modell festgelegt. Andere werden feststellen, dass sie zu spät dran sind, da die attraktivsten Partner bereits Geschäftsbeziehungen eingegangen sind.

 

2. Einfachheit siegt

In den letzten Jahren haben Finanzdienstleister viel Geld für mobile und kundenorientierte Technologien ausgegeben. Sie werden allerdings feststellen, dass sie die Grenzen dessen, was sie ihren Kunden in kontextbezogener Erfahrung liefern können, wenn sie ihre Prozesse nicht vollständig und intelligent automatisieren und dadurch vereinfachen, erreichen werden. Dabei geht es nicht mehr um das Gerät selbst, sondern auch den Kontext, in dem das Gerät verwendet wird. Insbesondere bei einem möglichen Konjunkturrückgang sind Business-Teams gefordert, schnell einen ROI für Technologieprojekte nachzuweisen. Ein pragmatischer und zielgerichteter Einsatz von maschinellem Lernen und robotergesteuerte Prozessautomatisierung wird dazu beitragen, manuelle Fehler und teure Arbeitskräfte, die für Nebentätigkeiten eingesetzt werden, zu reduzieren. Es gilt, Prozesse stark zu verschlanken, um besser auf die zukünftigen Bedürfnisse von Kunden reagieren zu können.

 

3. Die jungen Wilden werden erwachsen

Herausforderer, die bisher noch in die Kategorie Start-Ups und FinTechs fielen, werden bedeutende Marktanteile hinzugewinnen und zu etablierten Banken aufholen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Firma Wirecard, die in diesem Jahr in den DAX aufgestiegen ist und so die Commerzbank verdrängt hat. Eine Herausforderung, der sich sowohl etablierte Banken als auch junge Marktteilnehmer stellen müssen, ist ihre wachsende eigene IT-Infrastruktur. Wenn es zusätzlich zu Kooperationen kommt – zwischen FinTech und Bank oder InsurTech und Versicherung –, müssen sie sich Gedanken darüber machen, wie sie diese erhöhte Komplexität sinnvoll managen und kontrollieren können. Wenn beispielsweise eine Bank ein FinTech übernimmt und in das eigene Haus integriert, müssen Systeme abgelöst oder zeitweise zwei Systeme parallel betrieben werden. Das ist Aufgabe eines IT-Portfolio-Managements.

 

4.  Steigende Relevanz des IoT

Für Versicherungen gewinnt das Internet of Things zunehmend an Relevanz. Gerade für den Industrieversicherungsbereich ist es interessant, IoT-Daten zu erheben und zu verarbeiten. Mithilfe von Sensoren und dem Internet of Things können Flotten, Industrieanlagen, Fabriken oder auch Gebäude überwacht werden. Wie auch im Privatkundengeschäft wird das IoT zu einer Wertschöpfung in der Risiko- und Betrugsprävention und zu verbessertem Schadenmanagement und Kundenbindung beitragen. Innovative Versicherungsunternehmen werden von dieser Wertschöpfung profitieren, indem sie Ökosysteme auf der Basis von IoT-Daten aufbauen und sich intern auf die Verkürzung von Geschäftszyklen konzentrieren.

 

5. Die Qualität zählt

Mit dem Anstieg von ergebnis- und nutzungsbezogenen Kostenmodellen wird sich auch die Finanzierung von Sachanlagen wie Maschinen drastisch verändern. Darlehen werden nicht mehr auf Basis von Zeit, sondern auf Basis des Einkommensstroms, der durch einen Teil der Industrieanlage anhand eines Sensors gemessen und der Bank mitgeteilt wird, vergeben. Je nachdem wie viel der Kunde produziert und verkauft, ist die Tilgungsrate entsprechend hoch. Da Banken grundsätzlich an Ergebnissen interessiert sind, liefern die Sensoren auch einen nützlichen Beitrag für das Risikomanagement. Wie viele Geräte werden benötigt, um denselben Ertrag zu generieren wie ein einzelnes, hochwertiges und gut funktionierendes Gerät? Die Produktqualität wird so zur wichtigsten Komponente des Risikomanagements.

Grundsätzlich gilt es, Prozesse so flexibel und einfach wie möglich zu gestalten, um damit die Bedürfnisse des Kunden befriedigen zu können. Der Kunde steht nach wie vor im Mittelpunkt. Die Technologie ist dabei nur Mittel zum Zweck.

Weitere Informationen zur digitalen Transformation in Banken und Versicherungen erhalten Sie hier.

Teilen:
Software AG und SAP präsentieren „Smart City Plattform“

Software AG und SAP präsentieren „Smart City Plattform“

Mit einer offenen Smart City Plattform präsentierten Software AG und SAP auf der diesjährigen Smart Country Convention in Berlin eine Innovation für die öffentliche Hand: Die technische Basis bildet dabei Cumulocity IoT.

Cumulocity IoT

Die IoT-Plattform der Software AG. Sie erfasst Sensordaten und verarbeitet diese in Echtzeit auf einer zentralen Datenplattform in der Cloud zur weiteren Analyse und Auswertung (etwa mit S/4 HANA). Die Smart City Plattform geht aus einer Initiative von Software AG und SAP hervor.  Sie waren unter anderem auch am Software-Cluster beteiligt und unterstützten Darmstadt 2017 beim Titelgewinn im Wettbewerb „Digitale Stadt“.

 

Die Smart City Plattform

Die Smart City Plattform liefert Organisationen im öffentlichen Sektor eine zuverlässige Datengrundlage, Prozesse möglichst effizient und schlank zu gestalten. Wie es beispielsweise dann im Flottenmanagement oder im Waren- und Personaleinsatz möglich wäre. Durch die offene Gestaltung, lässt sich die Technologie auch auf andere – für Gemeinden relevante – Szenarien übertragen. Darunter zum Beispiel für die Messung der Luftqualität oder die Planung von Straßensperrungen.

Da alle Partner der Plattform ihre Kernkompetenzen eingebracht haben, bietet die Technologie den Kommunen und öffentlichen Einrichtungen eine betriebsfertige Best-of-Breed-Lösung. So können sie künftig evidenzbasierte Entscheidungen treffen und dadurch Zeit, Material und Kosten sparen.

Für die Besucher der Smart Country Convention visualisierte die Software AG die Smart City Plattform am Beispiel eines Salzstreuers für ein Winterdienst-Fahrzeug. Dieser war mit Sensoren von Sensor-Technik Wiedemann versehen. Via Cumulocity IoT stehen die Daten, die der Salzstreuer sammelt, in Echtzeit für Analysen bereit. Ein Umweltdatensensor von Greatech liefert weitere Informationen über Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit oder Wettervorhersage. Diese Daten fließen in der Steuerungszentrale zusammen und werden mittels Cumulocity IoT für Standardprogramme bereitgestellt. Anhand der analysierten Daten können Verantwortliche Maßnahmen treffen und viele Straßen mit möglichst wenig Material bestreuen. An dem Exponat auf der Smart Country Convention wurden reale Straßenverhältnisse simuliert, sodass Besucher sich ein detailliertes Bild von den Komponenten der Lösung machen konnten.

Weitere Informationen zu der Smart City Plattform erhalten Sie hier.

Das Standteam des Software AG Standes auf der Smart Country Convention mit Demo. Präsentation der Smart City Plattform in Kooperation mit SAP und Cumulocity IoT als treibende Kraft

Teilen:
Gibt IoT dem Handel neue Möglichkeiten für die Zukunft?

Gibt IoT dem Handel neue Möglichkeiten für die Zukunft?

In den letzten Jahren hat sich der Handel stetig weiterentwickelt. Vor einigen Jahren kam der Katalog- und Versandhandel hoch – heute boomt das Geschäft im Internet. Kunden erwarten eine ständige Verfügbarkeit und eine breite Produktauswahl. Hier kann das klassische Einzelhandelsgeschäft nur schwer mithalten. Allerdings können sich auch Onlinehändler nicht entspannt zurücklehnen. Worauf sie sich in Zukunft einstellen müssen, beleuchtet der folgende Beitrag.

Ähnlich wie im Bank- und Finanzwesen werden sich auch im Einzelhandel geringe oder gar fehlende Investitionen in Technologie rächen. Die veraltete Software kann beispielsweise zusammenbrechen, das Geschäft behindern und Händler können so ihre Marktanteile verlieren. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen RSR stellte bereits im letzten Jahr fest: „Wer in den letzten 20 Jahren zwei Prozent des Umsatzes oder weniger in IT investiert hat, ist unterinvestiert. Das ist heute wahrscheinlich die größte Bedrohung für jedes Geschäft.“ Dem britischen Online-Supermarkt Ocado beispielsweise steht laut Medienberichten eine feindliche Übernahme bevor. Doch wer wird das Rennen machen und die Technologie und die Kunden von Ocado übernehmen? Wer hat rechtzeitig erkannt, dass Technologie der Schlüssel für die Zukunft des Handels ist? Und wer hat genügend Geld in den Taschen: Amazon, Microsoft, JD.com oder Alibaba?

Die Existenzangst wächst

Die Konkurrenz am Markt wird immer größer. Laut einer Studie des Handelsverbands Deutschland (HDE) beherrscht beispielsweise Amazon fast die Hälfte des deutschen Onlinehandels, wodurch klassische Versandhäuser vom Markt verdrängt werden. Hinzu kommt der sogenannte „neue Handel“: Onlinehändler aus China wie JD.com oder Alibaba wollen den Markt in Europa und auch Nordamerika erobern. Es sind zwar noch keine Details bekannt, wie der Auftritt aussehen wird – vielleicht tritt der Händler als Marke direkt auf, möglicherweise übernimmt er eine vorhandene Marke. Wahrscheinlich wird er jedoch als Service-Provider für einen etablierten Händler oder eine etablierte Marke auftreten und „Retail as a Service“ anbieten.

Eines ist sicher: Sobald es neue Schlagzeilen zu Datenlecks gibt, wird die Technikskepsis der Konsumenten wachsen und sie werden sich um den Schutz ihrer persönlichen Daten sorgen. Das könnte die Einführung neuer Technologien wie beispielsweise IoT bremsen. Um den Endkunden die Angst zu nehmen, müssen Unternehmen bei der Auswahl von Lösungen viel mehr Wert auf Technologien legen, die ein hohes Sicherheitsniveau bieten.

Predictive Shopping als Zukunftsmodell

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden auch Zukunftsvisionen wie beispielsweise „Predictive Shopping“ immer realistischer. Jenseits des Abo-Commerce bietet Predictive Shopping einem Händler die Möglichkeit, die Verkaufshistorie eines Kunden zu analysieren. Er bekommt die Möglichkeit dem Kunden ein Produkt vor die Haustür zu stellen, bevor dieser überhaupt auf den Gedanken kommt, dass er es brauchen könnte. Wird sich dies als extreme Form der Personalisierung etablieren? Und hat Predictive Shopping das Potenzial, dem Händler, der als erster damit auf den Markt kommt, ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und somit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen? Beides ist zu diesem Zeitpunkt schwer abzusehen. Es hängt davon ab, ob die Endkunden neuen Technologien und den Handelsunternehmen in Bezug auf die Datensicherheit ausreichend vertrauen, um ein solches Modell möglich zu machen.

2018 war ein aufregendes Jahr für den Handel und auch 2019 werden disruptive Technologien für Wirbel in der Branche sorgen. Gartner prognostiziert sogar, dass im Handel die Wahrscheinlichkeit eines radikalen Wandels am größten ist.

Mehr zur Digitalisierung im Einzelhandel lesen Sie hier.

Teilen: