Durch den digitalen Eisernen Vorhang greifen

Durch den digitalen Eisernen Vorhang greifen

Die Weltwirtschaft steht an einem Scheideweg. Das zeigt der alarmierende Rückgang des OECD-Bruttoinlandsprodukts um 9,8 Prozent im zweiten Quartal 2020. Um die Krise dauerhaft zu bewältigen, müssen wir alle sofort und entschlossen handeln.

Um widerstandsfähiger zu werden, müssen Unternehmen und Regierungen zuallererst in großem Maßstab in Technologie investieren. Sowohl in der Wirtschaft als auch im Privatleben haben wir gesehen, dass Technologie uns verbindet und die sozialen, wirtschaftlichen und ideellen Folgen der Corona-Pandemie abfedert. Technologie bringt uns zusammen und hält den Handel in Schwung.

Außerdem müssen wir darüber nachdenken, wie sich verhindern lässt, dass die Technologiestandards des Ostens und des Westens sich immer weiter voneinander entfernen. Technologie kann viele Probleme lösen. Wenn aber die Standards auseinanderdriften, laufen wir Gefahr, auf der Stelle zu treten.

Ein „digitaler eiserner Vorhang“ senkt sich. Gerade jetzt, wo wir doch stärker zusammenarbeiten sollten, entstehen durch diesen Vorhang Risiken für die Zusammenarbeit. Wohin wird der Weg gehen? Meine Hoffnung ist, dass digitale Unternehmen mithilfe von Technologie den Vorhang durchdringen können. Das wird entscheidend sein, um die internationale Wirtschaft aus der aktuellen Krise zu führen.

Spaltung zwischen Ost und West

Die Kluft zwischen Ost und West wächst. Mit seiner Strukturinitiative „neue Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative) will China Asien, den Nahen Osten und Afrika verbinden und die Grundlage für das künftige Wachstum der Weltwirtschaft schaffen. China errichtet damit ein unabhängiges Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen wie Alibaba, Tencent, WeChat und TikTok florieren und sich zu den größten Technologieunternehmen der Welt entwickeln können.

Belt and Road Initiative © Lommes/Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Länder wie Kasachstan, Usbekistan, Kenia, Sri Lanka, Vietnam und Indonesien leihen sich in China Geld, um Infrastrukturprojekte zu finanzieren (die von chinesischen Unternehmen durchgeführt werden) und mit chinesischen Unternehmen Geschäfte zu machen. Damit binden sie sich an chinesische Technologie und Arbeitsmethoden. Tatsächlich haben viele der beteiligten Länder sich verpflichtet, bei modernen Kommunikationstechnologien, etwa bei 5G-Netzen, mit China zusammenzuarbeiten.

Einige Konflikte mit dem Westen sind bereits entstanden. Ein offensichtliches Beispiel ist Huawei: Der Westen verzögert oder verhindert die Nutzung der 5G-Technologie von Huawei. Dies hat enorme Folgen für die Telekommunikationseinrichtungen, die sowohl in Europa als auch in China genutzt werden. Hier stehen den europäischen Telekommunikationsunternehmen noch einige heikle Entscheidungen bevor – und den Regierungen ebenfalls.

Handelsrisiko Technologie?

Ein anderes Beispiel ist TikTok (und seine Muttergesellschaft ByteDance). Wegen der Zurückhaltung bei der Nutzung chinesischer Technologie hat das Unternehmen seine Pläne für den Bau eines Headquarters in London bereits aufgegeben. Es hat selbst den Verkauf seiner TikTok-App in Erwägung gezogen, um eine Version der App für westliche Länder zu schaffen, die für die US-Behörden akzeptabel ist.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Henry Jackson Society kommt zu dem Ergebnis, dass Großbritannien bei der Lieferung bestimmter Waren, beispielsweise bei Laptops, Mobiltelefonen, verschiedenen Arzneiwirkstoffen, oder Gütern wie Sicherheitsglas und Stahlkappenstiefel, zu mehr als 50 Prozent von China abhängig ist.

Die Technologieabhängigkeit des Bankensektors nimmt zu. Eine weitere Spaltung zwischen Ost und West könnte für diese Branche zum Problem werden. Die HSBC hat traditionell Verbindungen mit China und Großbritannien, macht aber in Asien den größten Teil ihres Geschäfts. Heißt das, sie wird sich von ihren britischen Kunden abwenden müssen, weil sie ihre Technologie an chinesische Standards anpassen muss? Es klingt unvorstellbar, aber solche Fragen werden vermehrt aufkommen.

Wiedervereinigung zweier Technologiewelten

Es gibt pragmatische Möglichkeiten, die Spaltung zu überwinden. Unternehmen können zum Beispiel an Börsen in Ost und West notiert sein. Alibaba ist mit einer Notierung an den Börsen in Hongkong und New York diesen Weg gegangen und sich damit der Tatsache gestellt, dass es ein Standbein auf beiden Seiten des digitalen Eisernen Vorhangs braucht.

Damit ist jedoch das Problem der auseinanderdriftenden Technologiestandards nicht gelöst. Für Unternehmen ist es wichtiger denn je, über Grenzen hinweg Handel treiben zu können. Wie aber sollen unsere Unternehmen krisenfester werden, wenn der Pool an möglichen Partnern von Jahr zu Jahr kleiner wird? Wir sprechen hier nicht von einer fernen Zukunft. Nein, dies passiert tatsächlich bereits heute.

Als Mitglieder der globalen Technologie-Community müssen digitale Unternehmen wie die Software AG Möglichkeiten finden, um andere Unternehmen bei der Bewältigung dieses Problems zu unterstützen. Während die politischen Entscheidungsträger daran arbeiten, beide Seiten der geopolitischen Debatte einzubinden, ist es unsere Aufgabe als Technologieexperten, abweichende Standards wieder zusammenzuführen.

Kluge, zielgerichtete Investitionen in eine schlanke und unabhängige Integrationsschicht zwischen den Systemen auf beiden Seiten des Vorhangs können Unternehmen voranbringen. Wenn wir Unternehmen dabei helfen können, konkurrierende Standards, komplexe Migrationen sowie Multi-Cloud- und hybride Umgebungen in den Griff zu bekommen, kann die Technologiebranche sich auf die Fahne schreiben, dass sie Teil der weltweiten Post-Corona-Lösung war, nicht Teil des Problems.

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In unsicheren Zeiten geben Cloud-Services Sicherheit

In unsicheren Zeiten geben Cloud-Services Sicherheit

In unsicheren Zeiten ist Wahlfreiheit ganz besonders wichtig – und wir leben und arbeiten definitiv in unsicheren Zeiten.

Unter Wahlfreiheit verstehen wir bei der Software AG, dass wir Ihnen anbieten, Ihre Integrationen in einer Multi-Cloud-Umgebung zu hosten, damit Sie flexibel bleiben und sich jederzeit auf neue Geschäftsanforderungen einstellen können. Tatsächlich arbeiten die meisten Unternehmen, die Cloud-Services nutzen, mit mehr als einem Cloud-Provider zusammen. In einer jüngst veröffentlichten Gartner-Studie über Public-Cloud-Nutzer geben 81 Prozent der Teilnehmer an, dass sie mit zwei oder mehr Anbietern zusammenarbeiten.

Das neue Release der webMethods.io Integration Platform-as-a-Service (iPaaS) der Software AG für Microsoft Azure ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine Multi-Cloud-Lösung, die Ihnen eine weitere Option bereitstellt, Ihre Integrationsanforderungen zu erfüllen. Mithilfe dieser iPaaS können Sie Ihren Cloud-Infrastruktur-Anbieter entsprechend der Besonderheiten Ihres Workloads auswählen. Genau das brauchen Integrationsspezialisten und Entwickler, um eine Cloud-Strategie festzulegen, die mit sich verändernden Geschäftsanforderungen umgehen kann und sich bedarfsgemäß skalieren lässt.

Wenn sie in Microsoft Azure beispielsweise Daten aus mehreren Anwendungen erhalten, können Sie diese Integrationen in der Microsoft-Azure-Instanz von webMethods.io betreiben. Gleichzeitig kann eine andere Abteilung Ihres Unternehmens mit einem anderen Cloud-Service-Anbieter zusammenarbeiten und ihre Integrationen auf der webMethods.io-Instanz für diesen Cloud-Provider hosten.

Da die Workloads näher an Ihrer Infrastruktur verarbeitet werden, steigen Geschwindigkeit und Qualität, und damit verbessert sich das Cloud-Erlebnis insgesamt. Durch die erfolgreiche Kombination aus branchenführenden Cloud-Plattformen und Integrationskompetenz der Software AG entsteht die Art von Multi-Cloud-Lösung, die Ihnen hilft, wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunft Ihres Unternehmens zu sichern.

Wahlfreiheit ist wichtig, wenn Sie sicher, schnell und unkompliziert auf Informationen und Anwendungen zugreifen müssen. Die Software AG bietet Ihnen die zusätzliche Unterstützung, die Sie benötigen, um relevant und widerstandsfähig zu bleiben.

Testen Sie jetzt webMethods.io Integration kostenlos!

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Microservices sind ein Thema für den Unternehmensvorstand

Microservices sind ein Thema für den Unternehmensvorstand

Microservices sind eine revolutionäre Technologie und deshalb ein Thema für den Unternehmensvorstand.

Zwischen einer evolutionären und einer revolutionären Unternehmenstechnologie liegt ein schmaler Grat. Eine evolutionäre Technologie löst ein konkretes IT-Problem: Sie beschleunigt die Systeme, die Ihre IT-Teams bereitstellen, macht sie zuverlässiger und weniger kompliziert. Eine revolutionäre Technologie kann Probleme lösen, die Ihnen vielleicht gar nicht bewusst sind. Das heißt, sie sollte nicht nur auf der IT-Ebene, sondern auch auf Managementebene diskutiert werden.

Hier sind 5 Gründe, warum Microservices beim nächsten Vorstands-Meeting auf der Agenda stehen sollten:

1) Ohne eine Microservices-Architektur bleibt „Agilität“ ein Schlagwort

Zum jetzigen Zeitpunkt hängen Erfolg oder Misserfolg Ihres Unternehmens davon ab, wie agil (oder vollständig digitalisiert) es ist. APIs haben die Vernetzung Ihres Unternehmens ermöglicht. Microservices helfen der IT mit dem Tempo Ihres Geschäfts mitzuhalten und Anwendungen zu erstellen, die sich schnell vernetzen lassen, oder vorhandene Anwendungen entsprechend anzupassen, damit Sie immer eine optimale Lösung anbieten können, ohne Ausfallzeiten zu riskieren.

2) Microservices sind die Bausteine, die Ihre digitale Transformation beschleunigen

Beim grundlegenden Umbau Ihres Unternehmen unterstützen Microservices den Aufbau einer anpassbaren Plattform, die Partner, andere Plattformen und Datensilos verbindet.

3) Sie skalieren beliebig und investieren nur in das, was Sie wirklich benötigen

In einer monolithischen Anwendungsumgebung heißt die Entscheidung häufig: alles oder nichts. Wollen Sie einen bestimmten Aspekt eines Services skalieren, müssen Sie alles andere ebenfalls skalieren: das bläht Ihre Ressourcen auf und verursacht unnötige Kosten. Entwickeln Sie Ihre Anwendungen mithilfe von Microservices, können Sie diese automatisch passgenau skalieren und investieren nur in das, was wirklich gebraucht wird – und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Alles andere kann bleiben wie es ist.

4) Sie haben Ihr Schicksal in der Hand. Ein Hebel hat immer zwei Enden

Wenn Sie am falschen Ende ansetzen, stehen Sie mit überdimensionierten Verträgen da, aus denen Sie schwer wieder herauskommen. Häufig sind Sie gezwungen, Dinge zu kaufen, die Sie gar nicht brauchen, um eine Aufgabe zu erfüllen. Microservices lassen sich auf die Services abstimmen, in die Sie investieren wollen und können in Ihrer eigenen Umgebung verwaltet werden. Das heißt, Sie bestimmen die Richtung und machen sich unabhängig von Ihren Anbietern.

5) Sie erreichen eine beispiellose Sicherheit (und Transparenz)

Sicherheit ist eines der IT-Themen, die häufig auf Managementebene diskutiert werden, und das aus gutem Grund. Richtig gemanagt, können Microservices zu einem wichtigen Teil Ihrer Sicherheitsarchitektur werden. Da jeder Service für sich in eine Anwendung eingefügt wird, entsteht kein monolithischer Block, kann eine feingranulare Sicherheit die Gesamtsicherheit verbessern und Fehler werden schneller erkannt und behoben.

 

Der Aufbau einer Microservices-Architektur lohnt sich, muss aber gut geplant sein. Bei der Wahl falscher Systeme verliert man schnell die Übersicht und droht, von einem Chaos an Microservices überwältigt zu werden.

Die Software AG ist angetreten, um Ordnung in das Chaos zu bringen und bietet eine Plattform, die Governance sowie Kontextsensitivität ermöglicht, und zwar in einer Umgebung, in der Sie Ihre Microservices (East-West API Traffic) und Ihre Anwendungen managen (North-South API Traffic).

Wir sind davon überzeugt, dass Microservices nur so ihrem revolutionären Potenzial gerecht werden und für die Führungskräfte tatsächlich den entscheidenden Unterschied machen.

Sie möchten mehr über Microservices erfahren? Schauen Sie sich unsere Demo an!

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WebMethods AppMesh: Eine geniale Idee

WebMethods AppMesh: Eine geniale Idee

Vor ein paar Jahren haben wir bei der Software AG sogenannte „Tech Interrupts“ eingeführt – Zeit, die unsere Produktingenieure dem kreativen Denken widmen. Im vergangenen Jahr entstanden in diesen kreativen Auszeiten neue fruchtbare Ideen und ein brandneues Konzept namens AppMesh.

Die Idee ist einfach: die Bereitstellung digitaler Produkte in einer Cloud-Umgebung erleichtern. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, da das Zusammenspiel von Anwendungen, APIs und einer Vielzahl von Services, Microservices und Containern in der Cloud koordiniert werden muss. Wenn die neue App also nicht rund läuft, könnte es an irgendeiner anderen Cloud-Komponente liegen. Und wenn Apps versagen, lassen Sie Ihre Kunden im Stich.

Beispielsweise kaufe ich Zugfahrkarten über eine App auf meinem Handy. Dafür werden mehrere Microservices benötigt: einer für die Suche im Fahrplan und weitere für die Sitzplatzreservierung, die Prüfung der Reisebestimmungen, die Preisermittlung und die Bezahlung.

Diese verschiedenen Services können sich unterschiedlich schnell ändern; so stehen einer meist variablen Preisgestaltung eher langfristige Bestimmungen gegenüber. Wenn die Nachfrage an Feiertagen steigt, muss der Microservice das Dreifache oder Vierfache des Datenverkehrs bewältigen. Fällt einer dieser Microservices aus, bekomme ich keine Zugfahrkarte. Ich komme nicht zu meiner Familie nach Hause und bin genervt!

Woher weiß der App-Anbieter nun, welcher der vielen beteiligten Services nicht funktioniert? Dies ist nur eine von vielen neuen Herausforderungen im Zusammenhang mit Cloud-Anwendungen auf der Basis von Microservices. Die Microservices können nur als Einheit funktionieren, wenn sie sich gegenseitig finden – aber Netzwerkadressen können sich in der Cloud ändern. Mit der Sicherheit verhält es sich ebenfalls anders: Das Sicherheitskonzept zentralisierter Tools ist für die Cloud ungeeignet. Und funktioniert Ihre App noch, wenn ein Cloud-Container ausfällt?

Um dieses Problem zu lösen, haben einige Unternehmen ein Service Mesh eingeführt, also eine separate Netzwerkschicht zur Steuerung der Kommunikation zwischen den Services, der Sicherheit und der Fehlertoleranz. Service Meshes lassen sich aber nicht ohne Weiteres einrichten und haben ihre Grenzen. Sie können nicht bieten, was Anwendungsverantwortliche für erfolgreiche Apps brauchen.

Anwendungsverantwortliche müssen ihr Produkt für bestimmte Verbrauchergruppen attraktiv und persönlich gestalten. Sie möchten die Nutzung verfolgen und optimieren. Außerdem benötigen sie eine moderne Zugriffskontrolle und erweiterten Schutz der privaten Nutzerdaten.

Das „Aha“-Erlebnis – AppMesh

Aus diesem Grund hat unser Team den nächsten logischen Schritt getan und AppMesh entwickelt, eine leistungsstarke Steuerungsschicht für cloudnative Geschäftsanwendungen.

Mit AppMesh können Sie Regeln zur Steuerung des App-Verhaltens erstellen, ohne einzelne Microservices zu ändern. Über diese Regeln ist es allein durch Konfiguration (nicht durch Codierung) möglich, eingehende und ausgehende Daten zu modifizieren, Benutzer intelligent an verschiedene Services weiterzuleiten, Antworten zu personalisieren und das Benutzerverhalten zu verfolgen, unbefugten Benutzern den Zugriff zu verweigern und die Sicherheit der Daten zu gewährleisten. Sie können sogar alte Services Ihrer Anwendung durch neue ersetzen, ohne dass Ihre Benutzer dies bemerken.

Mit AppMesh kann der Anbieter meiner Bahn-App beispielsweise feststellen, dass es sich bei dem ausgefallenen Service um die Preisermittlung gehandelt hat. Somit kann er sicherstellen, dass ich dynamisch an einen Backup-Service umgeleitet werde und keinen Anlass zu Beschwerden habe. Ich kann ohne Probleme meinen Zug auswählen, meinen Sitzplatz reservieren und meine Fahrkarte bezahlen.

AppMesh als Schaltzentrale der Microservices ergänzt Anwendungskontext. Dank tiefer Einblicke und der Kontrolle über die Services können Unternehmen das Kundenerlebnis nachvollziehen und verbessern. Die dynamisch austauschbare Mesh-Architektur ist zuverlässig und skalierbar. Zudem werden Geschäftsrisiken durch Sicherheits- und Governance-Richtlinien verringert.

Das Produktteam der Software AG hat erkannt, dass neue API-Management-Lösungen moderne Architekturen für cloudnative Apps unterstützen müssen. Das ist nur einer der Gründe, warum ich so gerne mit diesem Team arbeite.

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Immer mehr API-Hubs? webMethods AppMesh ist eine Steuerungsschicht zur Bändigung des Service-Mesh-Chaos

Immer mehr API-Hubs? webMethods AppMesh ist eine Steuerungsschicht zur Bändigung des Service-Mesh-Chaos

Oracle hat einen API-Hub, die SAP hat einen und Infor auch. WorkDay und Salesforce? Nun, Sie können es sich denken… RESTful- und SOAP-APIs sind mittlerweile so verbreitet, dass selbst dort, wo sie verwaltet werden sollten, ein ziemlich Chaos herrscht.

Natürlich hat auch die Software AG ein API-Gateway. Jetzt bieten wir eine Steuerungsschicht an, die hilft, Ordnung in das Chaos zu bringen. Bei webMethods AppMesh geht es um Workload-Steuerung, Zugriffskontrolle, Protokollierung und Service-zu-Service-Kommunikation.

AppMesh ist eine Erweiterung der webMethods API Acceleration Platform. AppMesh hilft Unternehmen, APIs nicht anhand ihrer technischen Eigenschaften, sondern entsprechend ihrem Geschäftskontext, also den Transaktionen, für die sie genutzt werden, zu organisieren und zu verwalten.

Veranschaulichung anhand eines Beispiels

Ein Beispiel: Ein Entwickler hat eine Integration zwischen einer Finanz- und einer Beschaffungsanwendung programmiert, um Bestellungen und Rechnungen abzugleichen. Die API funktioniert seit Jahren bestens. Jetzt soll eine Erweiterung für die Finanzanwendung programmiert werden. Woher soll ein Entwickler wissen, was im Vorfeld gemacht wurde? Bei großen Unternehmen gibt es solche Integrationen zuhauf, auf unterschiedlichen Plattformen und für unterschiedliche Anwendungen. AppMesh ermöglicht es jetzt Entwicklern, diese APIs zu finden und zu managen, und zwar anhand des Wortes „Rechnung“ und nicht anhand des Codes, mit dem sie gebaut wurden.

Erweiterungen für branchen- oder sogar unternehmensspezifische Satellitenanwendungen werden üblicherweise auf die vorhandene System-Landschaft aufgesetzt. Für Unternehmen zählt: Was sind die Kosten und die Zeit, die so etwas braucht? Je besser die API-Landschaft semantisch strukturiert ist, umso günstiger wird es. Ein Entwickler kann darauf aufbauen und weiß, dass alles mit der Infrastruktur- und Netzwerkschicht verbunden wird, in der der Service Mesh sitzt.

Mit AppMesh werden Microservices geschützt und mithilfe von Benutzeridentifikation und Sicherheitsregeln das Gefährdungsrisiko verringert. Es ermöglicht eine regelbasierte Steuerung, um Informationen über die Aktivität der Benutzer zu erhalten, und steuert die Reaktion der Anwendungen. Darüber hinaus bietet AppMesh Dashboards zur Nachverfolgung der Transaktionspfade innerhalb des Service Mesh und zur Analyse der App-Nutzung.

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Auch mit schlanken Teams, große Software entwickeln

Auch mit schlanken Teams, große Software entwickeln

– Die Conextrade-Plattform von Swisscom basiert auf webMethods

 

Im Jahr 2000 rief Swisscom – einer der führenden ICT-Provider der Schweiz – Conextrade, eine B2B-Plattform für digitale Prozesse, ins Leben. Seit 17 Jahren besteht für die Realisierung dieser Plattform eine Partnerschaft mit der Software AG, die um die Lösung webMethods kreist. Mit Eros Merlini, dem Leiter der Conextrade-Plattform, sprachen wir darüber, wie sein Entwickler-Team als KMU im Großkonzern agiert und wie auch eine schlank aufgestellte Expertengruppe große Lösungen bereitstellen kann.

 

Software AG: Herr Merlini, Sie selbst arbeiten seit beinahe 18 Jahren bei Conextrade/Swisscom und arbeiten mit webMethods, seitdem sich Ihr Unternehmen für die Software AG als Partner für den Aufbau der Plattform Conextrade entschieden hat.

Eros Merlini: Das ist richtig, im Jahr 2003 haben wir nach eingehender Evaluation und sorgfältigen Betrachtung einiger Referenz-Cases beschlossen, unsere B2B-Plattform Conextrade auf der Basis von webMethods aufzubauen.

 

Software AG: Die Software AG und Swisscom pflegen also bereits eine sehr lange Partnerschaft. Können Sie uns erklären, was die Kernfähigkeiten der mithilfe von webMethods über die Jahre immer weiter spezialisierten Plattform Conextrade sind?

Eros Merlini: Conextrade fungiert als Drehscheibe für die Beschaffung von Produktions- und Verbrauchsgütern, ebenso wie für alle Rechnungsprozesse. Unser Ziel war es, alle Prozesse für unsere Nutzer über eine einzige Schnittstelle, den „Single Point of Contact“, zu realisieren. Die Plattform ermöglicht einer Vielzahl von Anwendern von den Vorteilen der digitalen, unternehmensübergreifenden Prozessabwicklung zu profitieren.
Firmen können damit ihre Prozesse hinsichtlich Zuverlässigkeit und Durchlaufzeit verbessern und ihre Kosten durch die gewonnene Effektivität und Produktivität ihrer Abläufe drastisch und nachhaltig senken.

 

Software AG: Conextrade wird von der Swisscom als digitale Prozessmanagement-Plattform komplett inhouse entwickelt, betrieben und vermarktet. Was macht den Erfolg der zentralen Plattform aus?

Eros Merlini: Vorteile bieten vor allem die zahlreichen Automatisierungen. Firmen können über die Plattform beispielsweise digital Rechnungen, Bestellbestätigungen und weitere Dokumente austauschen – und das ganz zeitgemäß vollständig papierlos. Außerdem bietet Conextrade diverse Formatkonvertierungen an und stellt die Legal-Compliance für mehr als 50 Länder sicher. Erstellt ein Unternehmen beispielsweise in Deutschland eine Rechnung, ist diese möglicherweise nicht format- und legal-konform beim Kunden in Frankreich. Wir schaffen einen Mehrwert für die Nutzer, indem wir automatisiert die Formate der Rechnungen konvertieren und die entsprechenden rechtlichen Gegebenheiten wie z.B. digitale Signaturen etc. berücksichtigen.

 

Software AG: Das klingt nach einer gelungenen Programmierleistung! Mit wie vielen Mitarbeitern realisieren Sie so umfassende Projekte und wie unterstützt Sie dabei die webMethods-Lösung – und sind zufrieden mit deren Funktionalitäten?

Eros Merlini: Unser Team ist sehr schlank aufgestellt: 23 Mitarbeiter zählen zum festen Team, davon sind fünf in der Entwicklung tätig. Conextrade arbeitet sehr selbstständig, um die bestmöglichen Lösungen entwickeln zu können. Wir agieren sozusagen als KMU im Großkonzern.
Wir sind sehr zufriedene Nutzer von webMethods und stehen auch in Zukunft weiterhin gern für Referenz-Calls und -Besuche zur Verfügung, um zu zeigen, wie uns das Produkt der Software AG unterstützt. Um auch mit schmaleren Entwickler-Ressourcen schnell Software-Lösungen zu realisieren und auf den Markt bringen zu können, eignet sich webMethods ideal. Auch, dass die Programmierung in funktionalen Modulen erfolgt, ist sehr nützlich. So können wir bei neuen Services ausgewählte Bausteine wiederverwenden und brauchen nur den fehlenden Part neu zu programmieren. So lassen sich auch mit schlanken Entwickler-Teams leistungsfähige Plattformen wie Conextrade realisieren.

 

Software AG: Herzlichen Dank für Ihr Feedback, Ihre Zeit und das sympathische Gespräch, Herr Merlini!

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