Der Deutsche Logistik-Kongress 2018 in Bildern

Der Deutsche Logistik-Kongress 2018 in Bildern

Der 35. Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) fand vom 17.-19. Oktober 2018 unter dem Motto „Digitales trifft Reales“ in Berlin statt. Rund 3.400 Fachbesucher, 200 Aussteller und 180 Fachjournalisten trafen sich in Berlin, um sich von den Keynotes hochkarätiger Logistik-Akteure inspirieren zu lassen und sich an den Ständen der Aussteller live davon zu überzeugen, wie die Digitalisierung die Logistik ganz konkret nach vorn bringt. Auch die Software AG war bei diesem Top-Event der Logistikbranche mit dabei:

Experten diskutieren am offenen Stand der Software AG

Die Software AG gehörte mit ihrem zentral gelegenen, offenen Stand zu den größten Ausstellern des DLK. In vier Showcases informierten wir ausführlich über die Themen Smart Goods, digitale Supply Chain, Mobilität der Zukunft und Blockchain sowie über das gemeinsame Angebot mit T-Systems, Cloud of Things. Zahlreiche Logistiker nutzten die Möglichkeiten zum Austausch mit unseren Experten.

Keynotes Speeches und Vorträge

In zahlreichen Keynotes und Vorträgen teilten Logistik-Experten aus aller Welt ihre Einschätzung der Branche und gaben tiefe Einblicke in Best Practices und strategische Überlegungen in ihren Unternehmen. Zu den Keynote-Speakern gehörten Wirtschaftsminister Peter Altmaier sowie hochrangige Vertreter von Top-Konzernen wie Lufthansa, UPS, Zalando oder Audi.

Teilnehmer des Gewinnspiels

Wie schon im letzten Jahr hatten alle Besucher des Kongresses die Gelegenheit, ihr Logistik-Know-how bei unserem Gewinnspiel unter Beweis zu stellen. Die Verlosung unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort fand am Donnerstagabend auf der After-Work-Party des BVL am Stand der Software AG statt. Drei glückliche Gewinner durften am Ende eine Alexa (Amazon Echo) mit nach Hause nehmen.

Vor-Ort-Interviews mit unseren Experten

Auch für Fachmagazine, die über die Trends in der Logistik berichten, ist der DLK ein zentraler Treffpunkt und eine willkommene Gelegenheit, um sich mit gefragten Experten auszutauschen und aus erster Hand Details über die Trends der Branche zu erfahren. Thomas Alberti, Vice President Sales, Director Strategic Accounts Service & Retail bei der  Software AG, sprach unter anderem mit der Deutschen Verkehrs-Zeitung sowie dem stellvertretenden Chefredakteur der renommierten Zeitschrift „Logistik Heute“.

Neugierig geworden? Sehen Sie hier ein Video vom diesjährigen Logistik-Kongress.

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SIBOS 2018 – das Geschäftsforum für die globale Finanzgemeinde

SIBOS 2018 – das Geschäftsforum für die globale Finanzgemeinde

Vom 22. bis 25. Oktober findet in Sydney die SIBOS 2018 statt. Rund 8.000 Teilnehmer aus der Banken- und Fintech-Welt kommen zusammen und diskutieren die weitreichenden Veränderungen bei Banken und Finanzdienstleistern, die sich durch die Digitalisierung ergeben. Die Veranstaltung steht dieses Jahr unter dem Motto „Enabling the digital economy“.

Die Digitalisierung ist nichts Neues und ein Großteil der Banken reagiert bereits auf die Neuerungen, die sie mit sich bringt: Dazu gehören Programme zur Entwicklung von Plattformen, neue Partnerschaften und die Umsetzung von Real-time-Zahlungen. Zudem gibt es zahlreiche Anstrengungen, um Use Cases auf Basis der Blockchain neu zu definieren – beispielsweise bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften oder für Trade Finance. Selbst das Internet of Things findet langsam Einzug in Produkte und Services von Banken. Entsprechend finden sich Trendhemen wie Echtzeit-Zahlungen, Open/API Banking, Blockchain und Cyber Security im Konferenzprogramm der SIBOS wieder. Darüber hinaus beschäftigt sich die Veranstaltung mit den Fragen, welche großen neuen Themen am Horizont auftauchen und wie sich die Branche mittelfristig, das heißt in fünf bis zehn Jahren, verändert.

Eine Reise in die Zukunft

Ein guter Indikator für relevante Trends ist das Programm von Innotribe – einer Initiative der Gesellschaft SWIFT, das innovative Kollaborationen bei Finanzdienstleistungen fördert. In Sydney macht SWIFT Innotribe einen Sprung in das Jahr 2030. Dabei behandelt jeder Tag der SIBOS ein anderes Thema: Am ersten Tag geht es darum, wie durch Dezentralisierung das Vertrauen in Banken beziehungsweise Bankgeschäfte gestärkt werden kann. Was bedeutet es, wenn Individuen ihre eigenen Daten kontrollieren und bestimmen, wie diese Daten genutzt werden? Am zweiten Tag steht die mögliche Nutzung von Quantencomputern im Fokus – anstelle des typischen Themas Verschlüsselung, zeigt Innotribe, welche praktischen Anwendungen und Fähigkeiten die Technologie darüber hinaus für Banken bereithält. Am dritten Tag geht es um Vernetzung („Interconnectedness of everything“), also darum, wie das Internet of Things und Künstliche Intelligenz (KI) Entscheidungen unterstützen. Schließlich bilden diese drei Bereiche die Grundlage für eine Diskussion darüber, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen wird und wie die Menschen im Jahr 2030 mit diesen Technologien umgehen werden.

Spannend wird bei allen Diskussionen die Frage sein, wie sich diese neuen Ansätze in die bestehenden Prozesse und IT-Landschaften der Banken integrieren lassen. Denn eines ist sicher: Keine Bank fängt auf einer grünen Wiese an. Die Integration von Daten und die Automatisierung von Prozessen über Systemgrenzen hinweg werden einmal mehr die zentralen Enabler des technischen und sozialen Wandels sein. Aber wie lassen sich diese Transformationsprogramme steuern und verwalten? Neue Skills bei Mitarbeitern und Dienstleistern sind erforderlich, um im Projekt und später in der Produktion erfolgreich zu sein.

Die Software AG wird die SIBOS in Sydney besuchen und anschließend die wichtigsten Diskussionen und Themen der Veranstaltung in einem weiteren Beitrag zusammenfassen.

Erfahren Sie hier mehr über die Innovationen, die die Software AG in der Finanzbranche umsetzt.

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Warum die Digitalisierung der Supply Chain noch Fahrt aufnehmen muss

Warum die Digitalisierung der Supply Chain noch Fahrt aufnehmen muss

Erst 20 Prozent der deutschen Unternehmen haben damit begonnen, ihre Lieferkette zu digitalisieren, so das aktuelle Hermes-Barometer. Und lediglich acht Prozent haben eine digitale Supply Chain bereits umgesetzt. Das ist erstaunlich – gilt die Logistikbranche doch als Digitalisierungs-Vorreiter. Wo drückt der Schuh?

Tatsächlich haben viele Logistik-Entscheider noch nicht erkannt, welchen wirtschaftlichen Nutzen ihnen die Digitalisierung der Supply Chain bringt. Als wichtigste Technologien für ihren Bereich sehen sie selbstlernende Systeme, mobile Anwendungen und Blockchain-Technologie. IoT erachten laut der Hermes-Studie dagegen nur 32 Prozent der Befragten als relevant, Cloud-Dienste sogar nur 25 Prozent.

Vermutlich liegt das daran, dass Unternehmen bei der Digitalisierung noch zu sehr auf ihre eigenen Prozesse konzentriert sind. Derzeit kümmern sich die meisten um die Optimierung des Lagerbestandes. In der Anfangsphase ist dies sicher richtig. Doch der nächste Schritt muss über den Tellerrand hinausgehen. Denn die Supply Chain ist kein Single-Player-Spiel, sondern ein komplexes Konstrukt, an dem viele verschiedene Firmen beteiligt sind. Jeder davon hat sein eigenes proprietäres IT-System. Die große Herausforderung besteht darin, dass alle an der Lieferkette Beteiligten ihre Prozesse digitalisieren und vernetzen müssen. Wenn diese in der Lage sind, untereinander in Echtzeit Daten auszutauschen, kann Ende-zu-Ende-Transparenz über den gesamten Lieferprozess entstehen.

In der Supply Chain gibt es viel zu verbessern

Der Aufwand lohnt sich. Denn die Digitalisierung der Supply Chain hilft Unternehmen dabei, die sieben R’s der Logistik besser umzusetzen: Die Bereitstellung des richtigen Produktes, in der richtigen Menge, in der richtigen Qualität, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, zu den richtigen Kosten, für den richtigen Kunden. Am Ende zahlt sich das in barem Geld aus. Denn durch die Transparenz lassen sich Prozesse optimieren, Reaktionszeiten beschleunigen und Kosten sparen.

Derzeit hat jeder der Beteiligten nur einen Teilausschnitt des Gesamtbildes. Ein Unternehmen erfährt zwar, wann die bestellte Ware versendet wurde. Was auf dem Transportweg passiert, ist jedoch wie ein großes schwarzes Loch. Wenn ein Schiff Verspätung hat oder die Ware gar beschädigt oder gestohlen wird – all das erfährt der Empfänger meist erst am Ende des Prozesses, wenn die Lieferung nicht ankommt. So verliert er wertvolle Zeit, bis er Ersatz bestellen kann.

Echtzeit-Informationen gewinnen und Medienbrüche vermeiden

In einer digitalisierten Lieferkette wäre der Empfänger dagegen jederzeit über den Standort und Zustand seiner Bestellung informiert. Er wüsste sofort über Verspätungen oder andere Probleme Bescheid und könnte umgehend reagieren – im Idealfall schon, bevor ein Problem überhaupt auftritt. So könnte ein System zum Beispiel anhand der Wetterprognose oder des Verkehrsberichts vorhersagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Verzögerungen ist.

Indem die IT-Systeme aller Beteiligten miteinander kommunizieren, können sie auch Dokumente wie Frachtpapiere oder Empfangsbestätigungen digital und medienbruchfrei austauschen. Das vermeidet Übertragungsfehler von Papierdokumenten und beschleunigt bürokratische Prozesse.

Mit Asset Tracking Waren immer im Blick behalten

Eine wichtige Rolle innerhalb der digitalisierten Lieferkette spielt das Asset-Tracking. Dafür gibt es bereits zahlreiche Anwendungen. Asset-Tracking dient sowohl dazu, die Transportmittel wie LKW oder Container zu verfolgen, als auch die Ware an sich. Dadurch können Unternehmen eine Sendung über alle Kontaktpunkte der Supply Chain hinweg überwachen. Solche IoT-Anwendungen liefern nicht nur Informationen darüber, wo sich die Bestellung gerade befindet. Sie können zum Beispiel auch über Sensoren die Temperatur in einem Container kontrollieren und eine Warnmeldung absetzen, wenn es zu warm wird. Gerade beim Transport von verderblichen Lebensmitteln kann dies wichtig sein, um Aufschluss über den Zustand der Ware zu erhalten. Lichtsensoren erkennen, wann ein Container geöffnet wird. Passiert dies zu einer ungeplanten Zeit, kann das auf einen Diebstahl hindeuten.

Die Zukunft ist vernetzt

Laut der Hermes-Studie sind sich immerhin 42 Prozent der Unternehmen bewusst, dass sie digitalisierte Prozesse in der Lieferkette schaffen müssen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass sie bei der Auswahl ihrer Logistik-Dienstleister künftig auch auf deren Digitalisierungs-Expertise achten wollen. Um Ende-zu-Ende-Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg zu schaffen, müssen sich alle Beteiligten vernetzen. Am besten geht das über eine zentrale Cloud-Plattform, die Schnittstellen zu den Einzelsystemen bietet und über die der gesamte Kommunikationsfluss läuft. Die Digital Business Platform der Software AG schafft dafür die Grundlage.

Erfahren Sie hier mehr über die Digitalisierung der Supply Chain oder sprechen Sie auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin direkt mit unseren Experten.

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Interview mit Dr. Michael Schmitt von Sensor-Technik Wiedemann: Die Zukunft der Maschinen ist digital

Interview mit Dr. Michael Schmitt von Sensor-Technik Wiedemann: Die Zukunft der Maschinen ist digital

In Stuttgart, München und Hamburg machte die IoT Innovation Tour 2018 bereits im Mai Station. Experten aus Industrie, Logistik und Handel stellten ihre besten IoT-Projekte vor und erläuterten, was Unternehmen benötigen, um am Zukunftsthema Industry of Things teilzunehmen. Dr. Michael Schmitt, Geschäftsführer der Sensor-Technik Wiedemann GmbH (STW), erläutert im Interview, welche Möglichkeiten sich durch IoT für den Maschinenbau ergeben.

Herr Schmitt, wie verändert IoT das Geschäft der Maschinenbauer?

Unser Unternehmen ist in einer Zeit entstanden, als Maschinenbauer noch selbst Maschinen gebaut haben. Heute hingegen stehen zunehmend nicht mehr die Maschinen im Vordergrund, vielmehr geht es um den Arbeitsprozess. Durch die Vernetzung von Prozessdaten entstehen ganz neue Geschäftsmodelle.

Was meinen Sie mit neuen Geschäftsmodellen? Können Sie das näher erläutern?

Endkunden haben heute nicht mehr die Notwendigkeit, Maschinen zu kaufen, sondern können diese einfach mieten, beispielsweise im Straßenbau. Abrechnungen erfolgen dann nicht pauschal, sondern benutzungsabhängig. Das bedeutet, der Kunde bezahlt nur das, was er an Maschinenleistung verbraucht hat. Das senkt bei vielen Unternehmen die Hemmschwelle, denn sie müssen keine teuren Investitionen tätigen und können Maschinen ganz bedarfsorientiert anfordern und flexibel einsetzen. Dem Maschinenbau wiederum eröffnet dieses Konzept neue Möglichkeiten, digitale Services rund um ihre Produkte anzubieten.

Welche Möglichkeiten zum Beispiel?

Maschinendaten sind die neuen Investitionsgüter. Unternehmen mit einem bestehenden Geschäft können dieses erweitern, beispielsweise durch das genannte Konzept „mieten statt kaufen“, also die Abrechnung nach Nutzung. Darüber hinaus erfahren Unternehmen dank Daten mehr über ihre Maschinen, etwa ob sie eine Wartung durchführen müssen oder wie die Maschine tatsächlich genutzt und dahingehend optimiert werden kann. Auch darauf können sich neue Möglichkeiten ergeben. Das war für uns als Komponentenhersteller sehr schnell einleuchtend und wichtig. Durch die Analyse der erlangten Daten erhalten wir umfangreiches Wissen über unsere Maschinen, das uns zu mehr Effizienz und Effektivität verhilft. Zusätzlich wird die Digitalisierung im Zusammenspiel mit anderen Megatrends wie Elektrifizierung auch die Art und Weise verändern, wie Maschinen letztendlich aussehen. Früher wurden Maschinen immer groß konzipiert, damit die Kosten für den Betreiber stetig abnehmen. Entwicklungen wie autonomes Fahren und Arbeiten im Verbund machen das jedoch überflüssig. In absehbarer Zeit werden Maschinen also deutlich kleiner werden.


Dr. Michael Schmitt, Geschäftsführer der Sensor-Technik Wiedemann GmbH (STW)

Was bedeutet das für den Markt?

Der Markt befindet sich gerade in rapider Veränderung: Durch die Digitalisierung schieben sich neue Wettbewerber zwischen Bauunternehmer und Auftraggeber. Diese bieten datengetriebene Services an, die ich zuvor beschrieben habe. Sie stellen nicht die Maschine, sondern die Leistung in den Vordergrund und überholen so alteingesessene Unternehmen. Zwar handelt es sich häufig um Start-ups, was jedoch nicht heißt, dass ausschließlich junge Leute Kompetenzen im Bereich Digitalisierung haben. Zwei Kernkompetenzen müssen diese disruptiven Digitalunternehmen mitbringen: Sie brauchen einerseits Wissen über Prozesse in den Branchen, die sie fokussieren. Andererseits müssen sie natürlich eine gewisse IT-Affinität mitbringen. Das können auch Branchenkenner vorweisen, die sich mit neuen Geschäftsmodellen selbstständig machen.

Heißt das, dass langfristig Mittelständer von Start-ups verdrängt werden?

Nein, natürlich nicht. Aber der Markt verändert sich und damit auch die Bedingungen und Voraussetzungen, die Wachstum und Fortbestand absichern. Der deutsche Mittelstand – spürbar gerade im Maschinenbau – ist es gewohnt, Lösungen im eignen Haus und vor allem alleine umzusetzen. Unternehmen bauen ihre Maschinen selbst und wir haben es häufig erlebt, dass sie ihre IT auch im Alleingang umsetzen wollen. Der Weg der Maschinendaten in die Cloud soll im besten Fall dann nicht über einen Dienstleister, sondern aus eigener Kraft heraus erfolgen. Dabei könnten Partner helfen, die neuen Herausforderungen zu meistern und neue Märkte zu erschließen; und das auch noch schneller. Wie so eine Zusammenarbeit mit einem Partner aussehen kann, haben wir selbst ja mit Cumulocity erlebt.

Wie sind Sie auf die Lösung Cumulocity IoT der Software AG gestoßen?

Dass IoT-Plattformen die beste Lösung für datengetriebene Geschäftsmodelle sind, hatten wir bei unseren Recherchen bereits festgestellt. Als wir uns intensiver mit dem Thema „Digitalisierung“ befasst haben, gab es die Überlegung, eine eigene Plattform zu bauen. Auf einer Konferenz hatte ich dann die Chance, den Geschäftsführer von Cumulocity kennenzulernen, was mich überzeugt hat, eine Partnerschaft einzugehen. Mit Cumulocity – ebenfalls ein mittelständisches Unternehmen – haben wir einen Partner auf Augenhöhe gefunden, was das Arbeiten gleich einfacher und angenehmer macht.

Wohin wird die Reise im Bereich IoT und Maschinenbau gehen?

Der Markt wandelt sich gerade hin zu datengetriebenen Diensten. Wer weiterhin bestehen will, braucht inzwischen zusätzlich zur reinen Technik ein serviceorientiertes Geschäftsmodell. Eine solche Neuaufstellung sollten Unternehmen am besten durch Partnerschaften realisieren, um sich weiterhin auf ihre eigentlichen Kompetenzen konzentrieren zu können. Wenn Unternehmen aufhören, alles selbst umzusetzen, gelangen sie eher zu einer digitalen Strategie. Dass Unternehmen das verstehen, zeigt sich auch in der Arbeit mit unseren Kunden und Partnern: Während wir früher mit dem Verantwortlichen für Technik gesprochen haben, ist unser Ansprechpartner nun das Management. Das Thema ist inzwischen Chefsache.

Treffen Sie Dr. Michael Schmitt und weitere Sprecher live auf unserer IoT Innovation Tour in Düsseldorf, Wien und Zürich. Weitere Informationen zu der Partnerschaft von Sensor-Technik Wiedemann und der Software AG erhalten Sie hier.

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Interview mit Boubacar Traoré von Capgemini: Was uns das Smart Home über IoT lehrt

Interview mit Boubacar Traoré von Capgemini: Was uns das Smart Home über IoT lehrt

Im Mai machte die IoT Innovation Tour 2018 in Stuttgart, München und Hamburg Station – im September folgen Düsseldorf, Wien und Zürich. IoT-Experten und Anwender aus Industrie, Logistik und Handel stellen das nötige Rüstzeug für die Umsetzung von IoT-Projekten vor. Im Interview erklärt Boubacar Traoré, Transformation Director bei Capgemini und Referent bei der Innovation Tour, welche Parallelen zwischen dem Smart Home und IoT-Projekten gezogen werden können.

Herr Traoré, wie kommt man zu tragfähigen Use Cases im Bereich IoT?

Eine spannende Ideenquelle für IoT Use Cases ist das private Umfeld. Was im privaten Bereich gut funktioniert und akzeptiert wird, drängt irgendwann auch in die Geschäftswelt. Im Wesentlichen geht es hierbei um die sogenannte Consumerization: Technologien und Ansätze, die sich zunächst im Endkundenmarkt etablieren, halten im Anschluss Einzug im Geschäftsleben. Man zieht Parallelen von Alltagsgegenständen, die mithilfe der Digitalisierung so erweitert werden, dass neue Funktionen und dadurch ein ganz neuer Nutzen entstehen. Eine Waschmaschine lässt sich zum Beispiel mit der Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers verbinden, um dem Nutzer anzuzeigen wann die Wäsche fertig ist. Die Beleuchtung wird zu einer Statusanzeige für Haushaltsgeräte. Es entsteht ein neues Zusammenspiel von Gerätefunktionen.

Was kann man aus dem Beispiel mit der Waschmaschine im Allgemeinen über IoT-Projekte lernen?

Viele technische Funktionen und Einstellungen sind immer noch in Hardware gegossen. Bei der Waschmaschine zum Beispiel die Einstellungen zum Waschprogramm. Man kann das als hartkodierte Variablen bezeichnen. Die Parameter werden jetzt auf die Softwareebene verlagert. Dadurch bieten sich neue Möglichkeiten, Maschinen funktional nachzurüsten und gleichzeitig die Innovationsgeschwindigkeit zu steigern. Gerätefunktionen, die technisch nichts miteinander zu tun haben, lassen sich dann kombinieren. Das wiederum eröffnet neue Möglichkeiten für die Nutzung der Geräte. Die Verlagerung von Funktionen auf die Softwareebene verwischt Grenzen zwischen fachlichen Domänen. Wo hört das Smart Home auf und wo fängt Retail an, wenn die Waschmaschine Sie beim Einkauf an Waschmittel erinnert? Neue Geschäftsmodelle werden möglich.

Boubacar Traoré, Transformation Director bei Capgemini

Wie entsteht bei IoT-Projekten Wertschöpfung?

Das Ziel ist natürlich, die Daten für neue Geschäftsmodelle zu nutzen. Dazu muss aber zum einen die erforderliche IoT-Infrastruktur vorhanden sein und zum anderen muss das Modell vom Markt akzeptiert werden. Das lässt sich erreichen, indem Unternehmen die Wertschöpfung in drei Stufen ausbauen. Als erstes muss der Nutzer bereits aus dem einzelnen digitalisierten Gerät für sich einen Mehrwert ziehen, damit er die IoT-Variante akzeptiert. Ein Unternehmen kann hierfür optimierte Wartung, erhöhte Sicherheit, oder auch Flexibilisierung, was die Funktion oder den Komfort angeht, bieten. Wenn sich der Einsatz des einzelnen Gerätes etabliert hat, gelangt man zur zweiten Stufe: Der Wert für Anwender wird gesteigert, indem ein interagierendes Ökosystem von vernetzten Dingen ermöglicht wird. Dabei geht es nicht nur um eine weitere Reduzierung von Komplexität in der Anwendung – es entstehen auch neue Synergien zwischen Gerätefunktionen und Netzwerkeffekte. Ein Unternehmen kann dies nutzen, um eigene Produkte besser zu positionieren. Die Einsichten aus der Nutzung dieses Ökosystems vernetzter Dinge bildet schließlich die Grundlage für den dritten Schritt: es lassen sich neue Wertschöpfungsabläufe aufbauen und ganz neue Einkommensströme generieren.

Wo liegen die größten Schwierigkeiten bei IoT-Projekten?

Noch viel stärker als bei zentralen IT-Lösungen stolpert man über Aspekte, die sich kaum in einem Versuchsumfeld einfangen lassen. Es ist wichtig, eine IoT-Lösung über einen vernünftigen Zeitraum unter realen Bedingungen zu testen. Dass ein Projekt „fertig“ ist, heißt nicht, dass die Lösung auch wirklich in den realen Einsatzumgebungen einwandfrei funktioniert. Eine weitere Herausforderung besteht darin, den Puls der Verwendung der Geräte zu beobachten und hinreichend schnell darauf zu reagieren, indem die Lösung kontinuierlich weiterentwickelt wird. Letztendlich ist natürlich auch eine saubere Projektsteuerung – selbst in einem kreativen Umfeld – notwendig, um Innovationen wirklich marktreif zu bekommen und eine stabile Anwendung zu ermöglichen.

Welche Rolle spielen in so einem Zusammenhang IoT-Plattformen wie Cumulocity IoT?

Spätestens wenn man vom Einzelgerät auf mehrere Geräte wechselt oder eine Lösung entwickelt, die nicht nur im persönlichen Umfeld greift, benötigt man skalierbare Infrastrukturen. Am Anfang des IoT-Hypes, als es noch wenige Lösungen auf dem Markt gab, mag es für Unternehmen sinnvoll gewesen sein, sich selbst eine Plattform zu bauen. Mittlerweile können sie aber aus einer Vielzahl an Anbietern wählen, weshalb es keinen Sinn macht, das Rad immer wieder neu zu erfinden. Die Software AG hat mit ihrer Plattform eine Grundlage, die sehr viele der Best Practices bei sich integriert hat und den Unternehmen hilft, diese schnell umzusetzen.

Welchen Rat würden Sie Unternehmen mit auf den Weg geben?

Ideen im Bereich IoT sollten schnell am Markt erprobt werden, um festzustellen, ob sie überhaupt angenommen werden. Eine brillante Idee, die der Markt nicht akzeptiert oder die zum falschen Zeitpunkt kommt, wird nicht wirtschaftlich tragfähig – auch wenn die Lösung technisch funktioniert. Unternehmen sollten ihr Gehör dicht an dem haben, was der Kunde will und was ihn interessiert. Gleichzeitig müssen sie in der Lage sein, ihre Erkenntnisse schnell in verbesserte Lösungen umzusetzen. Neben der Weiterentwicklung von Lösungen sollten Unternehmen außerdem in Kundenbetreuung investieren, um ein Gesamtpaket zu bieten, das so wertvoll ist, dass der Markt bereit ist dafür zu bezahlen.

Treffen Sie weitere Sprecher unserer IoT Innovation Tour live in Düsseldorf, Wien und Zürich. Informationen zu der Partnerschaft von Capgemini und der Software AG erhalten Sie hier.

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Alte Technologie in neuem Backend

Alte Technologie in neuem Backend

Dank IoT-Plattform kann eine etablierte Technologie wie GPS heute viel mehr als Gegenstände orten. Im Mai stellte Bodo Erken, Geschäftsführer von trackerando, auf der IoT Innovation Tour 2018 die neuen Möglichkeiten mit Trackern vor. Im September wird die Tour fortgesetzt. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

GPS ist eigentlich eine bekannte Technologie. Wie wird sie durch IoT besser und was für Möglichkeiten gibt es?

GPS ist für mich ein Synonym der verschiedenen unterschiedlichen Systeme zur Positionsdatenerfassung: Es gibt beispielsweise Satnav der Amerikaner, Glonass aus Russland oder Galileo. Das GPS-Tracking als Erfassung von Positionsdaten allein ist noch nicht intelligent. Es ist zwar hilfreich, aber erst das Internet of Things (IoT) verleiht GPS eine gewisse Intelligenz und macht automatisierte Reaktionen möglich. Das IoT nutzt Positionsdaten, um automatisierte Abläufe anzustoßen wie beispielsweise Alarme zu generieren oder Aktionen zu übermitteln.

Warum haben Sie sich für eine IoT-Plattform entschieden?

Vor einigen Jahren, nach einem längeren Aufenthalt im Ausland, stellte ich mir die Frage, was GPS in Deutschland im Moment überhaupt bedeutet? Navigationsgeräte für Autos waren auf dem Vormarsch und GPS-Geräte wurden im Freizeitbereich genutzt, etwa beim Fahrrad- oder Bootfahren. Ich war überzeugt, dass GPS-Tracking intelligenter werden  muss. In unserer Branche ist es gang und gäbe, eine eigene Plattform programmieren zu lassen, um Daten benutzerfreundlich darzustellen. Mir war jedoch klar, dass das nicht reicht, sondern dass wir ein flexibles, modulares System brauchen, das uns ohne Probleme an andere Systeme anschließen kann.

Warum ist die Entscheidung dann letztendlich für Cumulocity gefallen?

Cumulocity mit Sitz in Düsseldorf war zu diesem Zeitpunkt noch relativ jung am Markt. Aufgrund der räumlichen Nähe habe ich mich mit den Unternehmensvertretern getroffen und habe sie geradeheraus gefragt, ob sie Ahnung von GPS-Tracking hätten. Das haben sie natürlich verneint. Da habe ich gesagt: „Halb so wild, ich habe nämlich keine Ahnung von IoT. Warum tun wir uns nicht zusammen?“ Das Eis war gebrochen.

Bodo Erken ist Geschäftsführer von trackerando

Wie nutzen Sie die Plattform?

Wir nutzen Cumulocity IoT angepasst mit speziellen GPS-Tracking-Features, die notwendig sind, um das intelligente GPS-Tracking aufzubauen. Ohne Cumulocity IoT würde es trackerando in der jetztigen Form nicht geben.

Welche Anwendungsbeispiele gibt es für intelligentes GPS-Tracking?

Grundsätzlich kommen die Kunden auf uns zu und möchten eine bestimmte Lösung für ihr Problem. Man muss hier unterscheiden zwischen Asset-Tracking, also das Erfassen von Daten bei Gegenständen, und dem personenbezogenen Tracking. Im Asset-Tracking lautet die Standard-Anfrage: Der Kunde möchte den Standort seiner Geräte, Maschinen und Fahrzeuge überwachen. Manchmal gibt es aber auch hier kuriose Beispiele wie etwa der Einsatz des Trackers bei einem Tresor. Rein technisch ergibt das erst mal keinen Sinn ― ein in die Wand gesetzter Tresor hat definitiv keinen Empfang und keine Funktionsbereitschaft. Darum ging es aber nicht: Der Kunde wollte, dass die Tresore vor Diebstahl sicher sind. Sie sollten sich mit GPS verbinden und geortet werden können, sobald sie aus der Wand gerissen werden. Wir betreuen aber auch Behörden, beispielsweise die Stadt Mainz, die gemeinsam mit uns die Abfallwirtschaft verbessert hat. Personentracking wiederum kann sehr hilfreich sein bei Pflegebedürftigen oder in Notfällen beispielweise für Kinder. In solchen Fällen ist natürlich Fingerspitzengefühl in Bezug auf Datenschutz gefragt.

Wie meinen Sie das?

Ein sehr sensibler Umgang mit Datenschutz ist wichtig, gerade beim Personentracking. Kinder beispielsweise sollen ja nicht überwacht werden, indem die Daten ständig an die Eltern übermittelt werden. Letztere müssen nicht sehen, ob das Kind mal zum Kiosk geht oder zu einem anderen Freund. Das Angebot beschränkt sich darauf, dass im Notfall oder wenn das Kind mal eine Stunde später kommt, eine Anfrage bei trackerando gestellt werden kann. Nur so erhalten Eltern dann Ortungsdaten. Wir bieten zwar ein Gesamtkonzept, wollen aber eben nicht, dass GPS-Tracking zu Big Brother wird.

Das klingt, als hätten Sie dazu einen besonderen Bezug?

Unser Unternehmen ist „Made in Germany“ das gilt zwar nicht für die Hardware, aber für die Software und Unternehmensphilosophie. Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen, gerade US-Konzerne wie Google oder Microsoft, uns ständig orten und Daten sammeln, ohne dass es uns bewusst ist. Wir sind ein deutsches Unternehmen, halten uns an deutschen Datenschutz und fühlen uns verpflichtet, dem deutschen Konzept treu zu bleiben.

Treffen Sie Bodo Erken und weitere Sprecher live auf der IoT Innovation Tour in Düsseldorf, Wien und Zürich. Informationen zu der Partnerschaft von trackerando und der Software AG erhalten Sie hier.

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