Wie Dell und SMC der vernetzten Industrie entgegentreten

Wie Dell und SMC der vernetzten Industrie entgegentreten

Herr Gast, Herr Prang, Sie arbeiten für Dell Technologies beziehungsweise SMC an Lösungen für die vernetzte Industrie. Wie hat sich das Internet der Dinge entwickelt und wohin geht der Trend?

 

Prang: Die Verbreitung und Akzeptanz des Internets der Dinge hat in den letzten Jahren enorme Sprünge gemacht. Im Privatsektor hat man sich an smarte vernetzte Geräte gewöhnt und Hersteller haben hier zu Beginn wertvolle Erfahrungen gesammelt. Nun beschäftigen sich auch Maschinenbauer im Industriebereich mit der Technologie. Dabei sind anfängliche Bedenken, Maschinen- und Prozessdaten in der Cloud zu speichern, bereits zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Erkenntnis erwachsen, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, alle Daten in der Cloud vorzuhalten und erst dort zu verarbeiten. Gerade im industriellen Umfeld fallen Unmengen an Daten an und nicht alle sind zwingend relevant für die Analyse.

Daher geht der Trend in Richtung IoT-Datenmanagement. Muss ich die Daten in der Cloud vorhalten? Sind sie langfristig wertvoll? Welche Daten benötige ich in Echtzeit, welche für langfristige Optimierungen? Solche Fragen entscheiden darüber, ob die Daten an der Edge direkt verarbeitet werden oder in die Cloud gesendet werden. Maschinenbauer, die sich intensiv mit IoT-Anwendungen auseinandersetzen, wollen heute selbst entscheiden, wie und wo die Daten zum Einsatz kommen.

 

Gast: Ich sehe das ähnlich. Die Industrie ist mittlerweile über die PoC-Phase hinaus und viele Unternehmen arbeiten bereits an der Implementierung von validen Strategien für das (Industrial) Internet of Things. Hier hat sich einiges getan, vor allem im Datenmanagement – Stichwort “Hybrid Integration”: Hybride Modelle für das Datenmanagement, in denen Edge, Core und Cloud dedizierte Aufgaben zukommen, sind auf Entscheiderebene angekommen. Man hat in den letzten Jahren gemerkt, dass die Datenauswertung vor Ort häufig effizienter ist und dass Smart Field Analytics einen monetären Mehrwert bieten kann – direkt am Entstehungsort der Daten.

Mit Blick auf IoT-Trends für die kommenden Jahre steht aus meiner Sicht alles unter dem Motto “Collaboration”. Viele Unternehmen arbeiten nicht nur daran IoT-Daten effizient zu erheben und in Data-Lake-Systemen zusammen zu führen, sondern sie wollen auch den Zugang für interne und externe Stakeholder verbessern. Solche konsolidierten und offenen Systeme erlauben den Partnern nicht nur eine bessere Integration, sondern auch die Adaption von Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten.

 

Warum spielt die Verarbeitung von Daten an der Edge heute so eine wichtige Rolle?

Gast: Für Unternehmen hat die Nutzung von Edge-Technologie vor allem Vorteile mit Blick auf die Kosteneffizienz. Es gibt durchaus Prozesse, bei denen sich die Nutzung von Cloud-Umgebungen anbietet, beispielsweise um Erkenntnisse aus Maschinendaten für Partner und Kunden aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Doch die Cloudanbindung und das Betreiben der Infrastruktur in der Cloud ist mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbunden. Daher macht es Sinn, Rohdaten direkt an der Edge zu verarbeiten anstatt sie zuerst in die Cloud zu senden. Maschinendaten im Industriebereich sind zwar in der Regel nicht besonders groß, doch bei der Masse an Datenpunkten, die in smarten Fabriken entstehen, macht das Volumen insgesamt durchaus einen Unterschied. Hinzu kommt die Frage nach der Latenz, also der Verzögerung, die bei der Verarbeitung und Übermittlung der Daten entsteht. Gerade wenn Geschäftsprozesse ins Spiel kommen, die Daten in Echtzeit benötigen, ist die Verarbeitung direkt auf dem Gerät von entscheidender Wichtigkeit.

 

Prang: Hier spielt auch die Übertragungstechnik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Unternehmen wollen möglichst viele Daten in kürzester Zeit sammeln und analysieren, um sie nutzbar zu machen. Doch es ist weder praktikabel alle Endpunkte per DSL zu verbinden, noch den gesamten Datenverkehr über Mobilfunk abzubilden – das eine gelangt schnell an seine physikalischen Grenzen und das andere an die finanziellen. Die Edge übernimmt hier die Rolle des Gatekeepers: mit der geeigneten Software lässt sich steuern, welche Daten für die Übermittlung in die Cloud vorbereitet werden müssen und welche erst gar nicht übersendet werden sollten. In Kombination mit leistungsfähigen Sensoren und Edge-Gateways lassen sich heute auch rechenintensive Prozesse direkt vor Ort abwickeln. Das schützt die Infrastruktur vor Überlastung und das Unternehmen vor einer Kostenexplosion.

 

Wie ist in diesem Zusammenhang die Rolle von digitalen Ökosystemen zu bewerten?

Prang: Digitale Ökosysteme sind im IoT-Bereich von unschätzbarem Wert. Die Industrie 4.0 bedingt, dass Produktionsprozesse zunehmend digitalisiert und automatisiert werden. Gleichzeitig sind heute deutlich mehr Stakeholder involviert, Produktionen werden weltweit vernetzt und die Lieferketten werden komplexer. Dabei gilt auch heute der Grundsatz des komparativen Kostenvorteils: Nicht jedes Unternehmen kann alle Prozessschritte beziehungsweise Dienste gleich effizient anbieten. Daher müssen sie sich auf ihr bestehendes Know-How konzentrieren, dieses einbringen und mit geeigneten Partnern zusammenarbeiten, um am Ende eine für alle beteiligten Parteien vorteilhafte Lösung zu erzielen. Nehmen Sie den Bereich Automation: Wir von SMC sind Entwickler und Hersteller von industrieller Automationstechnik und stellen unseren Kunden eine extrem große Produktpalette zur Verfügung. Für unsere digitalen Geschäftsaktivitäten haben wir uns jedoch mit DELL und der Software AG geeignete Partner ins Boot geholt, die auf diesem Feld durch Expertise überzeugen. Somit bildet jeder Partner einen Teil der Lieferkette ab.

 

Gast: Gerade das Argument der komplexen Lieferketten spricht für digitale Ökosysteme. Jedes Unternehmen ist heute auf Lieferanten und deren Lieferketten angewiesen. Um nicht den Überblick zu verlieren und mögliche Bottlenecks zu vermeiden, sind Firmen heute auf die Transparenz innerhalb digitaler Ökosysteme angewiesen. Nehmen wir an Sie vernetzen ihre Fabrik und stellen die Daten sowohl intern als auch für externe Partner zu Verfügung. Intern führt die Aufbereitung von Maschinendaten in einer Plattform zum Beispiel zur Reduktion von Ausfallzeiten, da sich Vorhersagen zu Wartungsintervallen präziser treffen lassen können. Doch auch der Einkauf profitiert, wenn er genau über Materialbedarf oder Lagerbestände Bescheid weiß. Wenn diese Daten einheitlich an und von Partnern innerhalb der Lieferkette kommuniziert werden können, lassen sich Engpässe vermeiden und die Planungssicherheit steigt. Und nicht zuletzt sichern sich Unternehmen innerhalb eines Ökosystems durch starke Partnerschaften und den oben genannten komparativen Kostenvorteil auch entsprechend Wettbewerbsvorteile.

 

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit die Edge-Cloud-Kommunikation reibungslos funktioniert?

Gast: Für die Kommunikation zwischen Edge und der Cloud gelten die gleichen Grundsätze wie für jede Art der Kommunikation: Alle betroffenen Parteien müssen involviert und gehört werden, es bedarf eines roten Fadens für die Kommunikation und ohne Verantwortlichkeiten sowie konkreten Anforderungen an den In- sowie Output geht in der Regel gar nichts. Im Kontext komplexer IoT-Cases kommt hinzu, dass das Setup mit Bedacht aufgesetzt werden muss. Dabei empfiehlt es sich, das Projekt stets ganzheitlich zu betrachten und gleichzeitig in Phasen zu unterteilen. Eine entsprechende Roadmap ist dabei genauso wertvoll wie ein vorgelagerter Business Case zur Orientierung.

 

Prang: Hinzu kommt aus meiner Sicht noch, dass die Komponenten für das IoT-Projekt aufeinander abgestimmt sind. Es gibt derzeit unzählige Kommunikationsprotokolle, Software- sowie Hardwarelösungen. Hier willkürlich Produkte zu kombinieren, kann sich schnell als Fehler herausstellen. Gerade wenn die Bereitstellung schnell erfolgen muss, sollten kompatible Komponenten und vorkonfigurierte Module verwendet werden, um den Setup-Prozess zu verkürzen und die Performance des Lösung langfristig zu gewährleisten.

 

Welche Rolle spielen Best Practices für Unternehmen?

Prang: Gerade im Bereich Industrie 4.0 lassen sich innovative Geschäftsmodelle leichter Umsetzen, wenn Best Practices vorhanden sind, an denen sich Unternehmen orientieren können. Exemplarisch lässt sich das an unserer Kooperation mit Dell Technologies und der Software AG verdeutlichen. Wir wollten für unseren Kunden eine neue Automatisierungslösung entwickeln, die es ihnen ermöglicht, Daten direkt aus der Feldebene in die Cloud-Plattform zu transferieren. Statt von Grund auf eine Neuentwicklung vorzunehmen, haben wir uns auf dem Markt umgesehen und in der Cumulocity IoT Edge, powered by Dell Technologies, einen erprobten Technologie-Stack gefunden. Diesen konnten wir im Zuge der Projektpartnerschaft an unsere Bedürfnisse und Einsatzgebiete anpassen und so schnell eine konsistente und skalierbare Lösung entwickeln.

 

Gast: Best Practices sind die entscheidende Voraussetzung für Fortschritt. Neue Orientierungspunkte und Erfahrungen aus der Vergangenheit helfen nicht nur bei der Erarbeitung neuer Geschäftsmodelle, sondern zeigen auch Optimierungspotential bei bestehenden Prozessen auf. Zudem haben sich am Markt Lösungen etabliert, die einfach und schnell adaptiert und produktiv eingesetzt werden können. Wie zum Beispiel die Produkt-Bundles der Software AG und Dell Technologies. Diese bieten eine Grundlage für diverse Anwendungszwecke – und die Option der ressourcenschonenden Erweiterung.

 

Was ist aus Ihrer Sicht der nächste logische Schritt in Richtung Industrie 4.0?

 

Gast: Um wirklich vorwärts zu kommen und eine Industrie 4.0 in Deutschland zu verwirklichen, müssen Unternehmen ihre IoT-Strategien konsequent vorantreiben. Bei allem Fortschritt herrscht gerade in der deutschen Industrie noch eine gewissen Risikoaversion vor. Mangelnde Fehlerkultur und Investitionsstau bremsen die Entwicklung aus. Natürlich gilt es, diverse Aspekte in die Unternehmensentscheidungen einfließen zu lassen, doch wenn Unternehmen anfangen würden, sich auf relevante KPIs zu konzentrieren und diese auch konsequent umzusetzen, wäre schon viel passiert.

 

Prang: Ganz genau. Unternehmen müssen sich trauen, den ersten Schritt zu machen. Die Technologie ist den Kinderschuhen längst entwachsen und es stehen bereits großartige Lösungen zur Verfügung, die sofort einsetzbar wären. Doch es wird noch immer viel geredet, diskutiert und abgewogen. Das bremst den Prozess. Es macht oft Sinn, in kleinen Projekten anzufangen, statt riesige Konzepte mit allen erdenklichen Möglichkeiten zu erarbeiten. Mein Tipp: machen Sie lieber schnell Erfahrungen, testen Sie und lernen Sie aus möglichen Fehlern. Auch die Erkenntnis, dass der eingeschlagene Weg falsch war, kann dabei als Erfolg für die Erfahrung gewertet werden.

 

Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Gast und Herrn Prang für das ausführliche und aufschlussreiche Interview und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

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Jetzt sind Höchstleistungen beim Datenschutz gefragt

Jetzt sind Höchstleistungen beim Datenschutz gefragt

Unternehmen kommen in große Schwierigkeiten, wenn sie die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bis Mai 2018 nicht umsetzen können. In einem vorangegangenen Blogbeitrag haben wir festgestellt, dass die DSGVO mehr als nur ein IT-Problem ist und in erster Linie Prozesse und Mitarbeiter betrifft. Massiver Technologieeinsatz löst keine Probleme, so die heute gängige Theorie. Dennoch wäre es ein Fehler, darauf zu verzichten. Darüber hinaus benötigen Unternehmen große Personalressourcen, um die EU-DSGVO erfolgreich umzusetzen. Warum das so ist, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Schauen wir uns zunächst die Mitarbeiter in einem Unternehmen an, die mit der Datenschutz-Grundverordnung zu tun haben. Hier einige Beispiele und ihre Rollen im Rahmen der DSGVO-Compliance:

  • Datenschutzbeauftragter: Er ist laut DSGVO vorgeschrieben und leitet die Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Verordnung.
  • Enterprise-Architecture-Team: Das sind die Personen, die das große Ganze sehen. Sie setzen die heterogene und dezentrale Business- und IT-Landschaft zu einem großen stimmigen Bild der Datenspeicher- und Verarbeitungstätigkeiten zusammen.
  • Verantwortliche für IT-Systeme und Geschäftsprozesse: Das sind die Mitarbeiter, die über die DSGVO-Relevanz ihrer Anwendungen, Technologien und Prozesse Bescheid wissen.
  • IT-Sicherheitsexperten: Sie wissen, wie man sensible Daten und Anwendungen schützt.
  • Compliance-Experten: Ihr tägliches Brot ist es, Gesetze und Vorschriften in konkrete Maßnahmen zu übertragen.
  • Risikomanager: Sie wägen den potenziellen Schaden und die Wahrscheinlichkeit DSGVO-bezogener Risiken ab und empfehlen Maßnahmen zur Schadensminimierung.
  • Projektmanager: Sie müssen sich Gedanken darüber machen, ob laufende Projekte DSGVO-relevant sind und ob sie neu dimensioniert werden müssen.
  • IT-Planer und -Strategen: Mit einem einmaligen DSGVO-Projekt ist es nicht getan, DSGVO-Compliance wird auch nach dem 25. Mai 2018 ein Thema bleiben. Compliance muss in zukünftige Business- und IT-Lösungen eingebaut werden.
  • Verantwortliche für Geschäftsplanung und -strategie: Sie werden Wege finden, trotz der DSGVO-Einschränkungen Geschäfte zu machen. Die innovativsten unter ihnen werden die DSGVO nutzen, um mit ihren Kunden über die Datenschutzeinstellungen in Kontakt zu kommen. Sie werden ihnen Produkte und Services anbieten, die zu diesen Einstellungen passen.
  • CEOs: Sie bezahlen die Rechnung und werden bei schweren Verletzungen der DSGVO am ehesten ihren Stuhl räumen müssen.

Die Umsetzung der DSGVO erfordert eine Plattform

Die obige Aufzählung ist bei Weitem nicht vollständig: Betroffen sind auch Mitarbeiter in HR, Marketing, technischem Support, Qualitätssicherung und viele andere. Die Liste ist lang. All diese Mitarbeiter wissen, was die Einhaltung der DSGVO in ihrem Bereich des Unternehmens bedeutet. Sie müssen bestimmte Aufgaben übernehmen und brauchen dafür eine Plattform. Bei der DSGVO geht es darum, dass alle etwas und nicht wenige alles machen. Ohne eine Plattform für die Zusammenarbeit funktioniert das nicht.

Aber lassen Sie uns noch ein bisschen tiefer in das Thema Technologie eintauchen. Personenbezogene Daten liegen meist in digitaler Form vor und werden normalerweise in IT-Systemen gespeichert und verarbeitet. Deshalb wird nur eine technologiegesteuerte Lösung Erkenntnisse zu den verteilten Daten liefern und diese beherrschen können.

Ohne Technologie sind die folgenden Aufgaben nicht zu bewältigen:

  • Personenbezogene Daten identifizieren, feststellen, wie sie erfasst und wo und wie sie verarbeitet und gespeichert werden.
  • Systeme, Prozesse und Daten als DSGVO-relevant klassifizieren.
  • Erforderliche Informationen von Daten- und Anwendungsverantwortlichen einsammeln.
  • Eine Verbindung herstellen zwischen Prozessen und den IT-Systemen, die sie tragen. So lässt sich nachvollziehen, wo es Berührungspunkte mit Kunden und Mitarbeitern gibt und wo Daten ausgetauscht werden.
  • Gespeicherte Daten und Anwendungen, die diese verarbeiten, verbinden. So lassen sich Aussagen zu Datenkorrektheit, Datenminimierung und Aufbewahrungsfristen machen.
  • Schnell Informationen über Daten bereitstellen: Dazu zählt der Zweck der Verarbeitung, der Empfänger, die Absicht, sie weiterzuleiten, Aufbewahrungsfristen und automatische Entscheidungen.
  • Datenbewegungen nachvollziehen, um die Auswirkungen von Verletzungen korrekt einschätzen zu können.

Bei dieser Fülle an Aufgaben ist klar: Es gilt, alle verfügbaren Ressourcen auf die DSGVO anzusetzen. Der Termin rückt unausweichlich und mit großen Schritten näher. Wenn Sie ihn halten wollen, müssen Sie zu Höchstleistungen auflaufen.

Sie haben bis zum 25. Mai noch viel zu tun? Mit diesem Webinar werden Sie schnell fit für die EU-DSGVO!

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Die Umsetzung der DSGVO ist mehr als ein IT-Problem

Die Umsetzung der DSGVO ist mehr als ein IT-Problem

Im digitalen Zeitalter zählen Daten zu den wichtigsten Unternehmensgütern. Entsprechend wichtig ist auch der Datenschutz. Kunden wenden sich an diejenigen Unternehmen, bei welchen sie ihre Daten in Sicherheit wähnen. Wer jedoch glaubt, die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sei hauptsächlich eine IT-Angelegenheit, sollte einen guten Anwalt haben. Zwar spielt Technologie eine wichtige Rolle, weil sie effiziente und effektive Kontrollen ermöglicht. Doch mindestens genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger, sind Prozesse und Menschen.

Die häufigste Ursache für Datenschutzverletzungen ist der Mensch. Das belegen Statistiken des britischen Information Commissioner Office (ICO, Datenschutzbeauftragter). Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Vorfälle, die beim ICO landen, sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. Andere Ursachen, wie etwa unsichere Webseiten oder Hacking, machen zusammen nur 9 Prozent aus. Allein die Einführung neuer Cybersicherheits-Tools wird Datenschutzprobleme also nicht lösen.

Prozesse sind entscheidend für den Datenschutz

Grundvoraussetzung für jede Unternehmenstransformation ist ein klares Verständnis der Geschäftsprozesse. Auch für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen der DSGVO sind Prozesse der Schlüssel. Sie beschreiben, wie Unternehmen den internen und externen Datenfluss ihrer Systeme analysieren, nachvollziehen und steuern. Sie werden gebraucht, um die (Datenschutz-)Risiken zu erkennen und zu bewerten, die mit den Geschäftsprozessen und den unterstützenden Systemen verbundenen sind. Unternehmen müssen Kontrollen und Mechanismen für die Erfassung, Nutzung, Speicherung und Aufbewahrung von Daten in den Prozessen einbetten. Nur so können sie sicherstellen, dass die Daten vertraulich behandelt werden sowie korrekt und verfügbar sind, wenn man sie braucht.

Die DSGVO als Chance begreifen

Unternehmen, die sich beim Datenschutz nur auf Technologie konzentrieren, werden bald feststellen, dass dies nicht reicht. Wer dagegen auch den Faktor Mensch mit einbezieht und Anforderungen bei Prozessdesign, -ausführung und -überwachung berücksichtigt, wird anderen überlegen sein, denen dies nicht gelingt.

Unternehmen sollten die neue Verordnung also nicht als Belastung, sondern als Chance sehen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den eigenen Status quo festzustellen und sich mit geeigneten Datenschutzmaßnahmen auseinanderzusetzen. So werden Unternehmen zum attraktiven Partner für ihre Kunden.

Bereit für die EU-DSGVO? Lesen Sie unser E-Book und stellen Sie sicher, dass Sie alle nötigen Maßnahmen getroffen haben!

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EU-DSGVO: Jetzt handeln oder später zahlen

EU-DSGVO: Jetzt handeln oder später zahlen

Ab dem 25. Mai 2018 müssen Unternehmen die Anforderungen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung einhalten. Andernfalls drohen ihnen hohe Bußgelder. Die neuen Vorschriften noch fristgerecht umzusetzen ist jedoch zum Glück kein Ding der Unmöglichkeit, denn dafür gibt es konkrete Lösungen – und für Unternehmen ergeben sich sogar noch Vorteile.

In wenigen Monaten müssen alle europäischen oder in der EU tätigen Unternehmen die neuen Richtlinien der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten. Diese tritt am 25. Mai 2018 in Kraft und viele Unternehmen und Institutionen haben noch einiges vor sich. Sie müssen dann personenbezogene Daten von EU-Bürgern schützen und deren Datenschutzrechte wahren.

Das ist keine einfache Aufgabe: Wenn es Unternehmen nicht gelingt, die Verordnung bis zum Stichtag umzusetzen, drohen hohe Bußgelder von bis zu 4 Prozent ihres weltweiten Umsatzes. Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner werden über 50 Prozent der Unternehmen, die von der DSGVO betroffen sind, es nicht schaffen, alle Anforderungen bis Mai 2018 vollständig zu erfüllen.

Für wen gilt die DSGVO?

Die EU-DSGVO gilt für alle Organisationen, die personenbezogene Daten innerhalb der Europäischen Union verarbeiten. Sie stärkt die Rechte betroffener Personen, verschärft die Vorschriften für die Datenverarbeitung, sieht deutlich höhere Bußgelder bei Verstößen vor und empfiehlt Zertifizierungen als möglichen Compliance-Nachweis.

Die Verordnung ersetzt und vereinheitlicht die bisher vorhandenen und zum Teil sehr unterschiedlichen Datenschutzgesetze in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Daraus ergibt sich gleichzeitig ein großer Vorteil: Für die gesamte EU gilt somit ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen im Bezug auf personenbezogene Daten für internationale Unternehmen. In Deutschland agierende Unternehmen sind zudem bereits einen Schritt weiter, als viele andere Firmen, da der Datenschutz hierzulande bereits einem vergleichsweise hohen Standard entspricht.

Folgen und Lösungsansätze

Für große, internationale und in der EU tätige Unternehmen aller Branchen hat die DSGVO jedoch zum Teil weitreichende Folgen. Die riesigen Datenspeicher, vernetzten Systeme, Business-Netzwerke und Technologien, mit denen Unternehmen ihre Märkte und Kunden bedienen, enthalten enorme Mengen an Informationen. Nur wenige Unternehmen haben eine Übersicht über ihre verteilten Daten oder Verarbeitungstätigkeiten und wissen genau, welche Art von Daten sie speichern. Das ist aber entscheidend, um die Anforderungen der DSGVO einhalten zu können.

Die Datenschutz-Grundverordnung ist eine Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung. Als globaler Anbieter von Produkten und Services für die digitale Transformation hat die Software AG auch Lösungen, die DSGVO effektiv und effizient umzusetzen. Das DSGVO-Framework der Software AG ermöglicht es Unternehmen, die neuen Auflagen der DSGVO fristgerecht zu erfüllen und nachhaltige Verfahren für entsprechende Compliance-Einhaltungen zu implementieren. Dazu zählen mitunter Funktionen, mit denen Unternehmen ihre Verarbeitungstätigkeiten dokumentieren können, um Daten-, Prozess- und Anwendungstransparenz herzustellen.

Darüber hinaus  unterstützt die Software AG Unternehmen beim Aufbau eines Frameworks für Governance, Risikomanagement und Compliance (GRC), über das sie Richtlinien und Vorschriften für DSGVO-Compliance intern publizieren und ihre Einhaltung überwachen können. Zusätzlich ermöglicht ihnen dieses Framework, die Business- und IT-Transformation DSGVO-konform voranzutreiben.

Haben Sie die Auflagen der DSGVO im Blick? Erfahren Sie mehr über die Datenschutz-Regelung in diesem Video.

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Dabei sein ist alles – Neues zu den Produktreleases der Software AG

Dabei sein ist alles – Neues zu den Produktreleases der Software AG

Wir leben im Zeitalter der virtuellen Events. Sie müssen nicht mehr zum Flughafen hetzen, in einem fremden Bett schlafen und Stunde um Stunde mit Menschen verbringen, die Sie vielleicht nie wieder sehen werden (oder wollen). Heute bestellen wir vom Schreibtisch aus Mittagessen und halten Meetings mit Kollegen aus aller Herren Länder ab. Bei der Software AG wird es jetzt auch virtuell: Sie sind herzlich eingeladen, bei der ersten weltweiten virtuellen Konferenz alles Wissenswerte rund um neue Produktinnovationen zu erfahren.

Nach der Rezession mussten viele Unternehmen sparen, und traditionelle Konferenzen haben ihre Attraktivität verloren. Die unvermeidbare nächste Erkältungswelle macht die Aussicht auf überfüllte Räume und Hallen für viele Menschen noch weniger verlockend.

Virtuelle Events – der neue Trend

Ab 2010 zeichneten sich virtuelle Veranstaltungen – Messen und Konferenzen – als Alternative ab. Befördert wurde dieser Trend durch verbesserte Online-Services und Virtual-Reality-Technologie. Der Markt für virtuelle Veranstaltungen floriert: Market Research Media prognostiziert „als Spiegel der Kommodifizierung und Reife des Marktes für virtuelle Veranstaltungen“ ein Wachstum von 14 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 auf 18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023.

Seien Sie im Oktober live dabei!

Bleiben Sie an Ihrem Schreibtisch sitzen, wenn Sie Lust haben, auch im Freizeitlook. Die Software AG kommt mit ihrer ersten virtuellen Konferenz im Oktober zu Ihnen. Lassen Sie sich von unseren Produktinnovationen überzeugen. Erfahren Sie alles über die neuen Funktionen und Features der Produkte, mit denen Sie tagtäglich arbeiten. Tauchen Sie ein in spannende Zukunftstechnologien. Dies alles bietet Ihnen ein einziger virtueller Event, eine zweieinhalbstündige Reise der Inspiration und Transformation: Produktrelease 2017, die virtuelle Konferenz der Software AG.

Die Veranstaltung findet dreimal statt, Sie haben also die Wahl zwischen unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten. Wenn Sie beispielsweise in Berlin oder Wien sind und während der Arbeitszeit teilnehmen wollen, ist der Termin am Dienstag, 17. Oktober der geeignete. Für New York oder Sao Paulo ist der Mittwoch, 18. Oktober, der passende Termin. Sie befinden sich in Tokio, Singapur oder Sydney? Dann lässt sich der Termin am Mittwoch, 25. Oktober, ideal in Ihren Arbeitstag einbauen. Sie können an jedem der drei Tage auch nur die Konferenz-Session wählen, die Sie am meisten interessiert oder Ihnen zeitlich entgegenkommt. Das komplette Programm können Sie hier einsehen.

Von Adabas bis Zementis – zweieinhalb Stunden voll spannender Innovationen

Sicher sind Sie gespannt, was die Software, die Sie täglich nutzen, an Neuem bereithält. Freuen Sie sich auf detaillierte technische Infos zu:

  • Adabas & Natural
  • Alfabet
  • Apama
  • API Management
  • ARIS
  • Digital Business Platform
  • Cumulocity/IoT
  • Terracotta
  • webMethods
  • Zementis

Einfacher geht es nicht – keine Reise, keine Kosten. Alle Vorteile einer virtuellen Konferenz haben wir kompakt in einem zweieinhalbstündigen Event zusammengefasst. Anregende Keynotes und Podiumsdiskussionen, informative Produkt-Breakouts, umfangreiche Downloads, kostenlose Testversionen sowie Abstimmungen: Erfahren Sie alles über neue Produkte und Angebote der Software AG in einer einzigen Veranstaltung. Zu einer für Sie angenehmen Zeit.

Nicht verpassen: zweieinhalb Stunden digitale Inspiration! Hier anmelden.

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